Bayerische Mittelschule kann Realschule nicht ersetzen – das Bildungsangebot in Bayern aber sinnvoll ergänzen!

Der Vorsitzende des Bayerischen Realschullehrerverbands, Anton Huber, sieht die Spekulationen über das – so sehen das "die düsteren Reiter der Apokalypse" – Ende der Bayerischen Hauptschule gelassen. Ganz im Gegenteil: "Das neue Mittelschulkonzept der Bayerischen Staatsregierung wird gelingen, wenn es insbesondere von Lehrkräften der Hauptschule angenommen, und in einer ähnlich idealistischen und selbstlosen Initiative umgesetzt wird wie die sechsstufige Realschule von den Realschullehrkräften", so Huber in einer Stellungnahme zum Start der Bayerischen Mittelschule am 13. September.

13.09.2010 Pressemeldung Verband Reale Bildung

Natürlich sei das neue Mittelschulkonzept kein Wegbereiter der bayerischen Einheitsschule. Damit hätten allerdings einige Lehrerfunktionäre und Bildungspolitiker ein Problem und lehnten deshalb die Bayerische Mittelschule als ergänzendes Bildungsangebot ab, meint Huber, und betont: "Maßstab seriöser Bildungspolitik muss Sachverstand sein, nicht Panikmache".

"Absurd" sagt Huber zu den Verschwörungstheorien, die propagierten die Bayerische Mittelschule mache die Realschule überflüssig oder umgekehrt. Außerdem hätten die Verschwörungstheoretiker wohl nicht verstanden, dass das Angebot der Realschule sich in vielen wesentlichen Punkten von dem der Mittelschule unterscheidet. Die Bayerische Mittelschule sei lediglich ein weiteres und erweitertes Angebot, was an den unterschiedlichen (auch regionalen) Bedürfnissen der bayerischen Schullandschaft angepasst sei. Gerade wenn man das Bildungsniveau heben wolle, seien Bildungsbestrebungen hin zur bildungssystemischen Mitte, welche die Realschule darstelle, wichtiger denn je. "Die Realschule hat ein ganz anderes Profil als die Mittelschule, eines, das in einer Gesellschaft, die auf möglichst große Bildungsgerechtigkeit bedacht ist, gar nicht wegzudenken ist", betont Huber. "Schlussendlich muss man, wenn man individuelle Förderung fordert, den Schülern möglichst viele Bildungswege, eine Bildung der verschiedenen Geschwindigkeiten, ermöglichen" ist sich Huber sicher. Nicht nur die Bayerische Mittelschule, auch die flexible Grundschulzeit sei in dieser Hinsicht ein Schritt in die richtige Richtung, so Huber, und schließt: "Wir wünschen der Bayerischen Mittelschule viel Erfolg und viele engagierte Lehrkräfte, mit denen Neuerungen in der Bildung sehr wohl zu verwirklichen sind – wie die sechsstufige Realschule zweifellos unter Beweis gestellt hat!"

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