Bayern

Bayern auf dem Weg zur inklusiven Schule: "Noch fehlt die Richtung"

Die Grünen im Bayerischen Landtag sehen im Bereich schulische Inklusion wichtigen Klärungsbedarf. Wie eine grüne Anfrage zum Thema "Bayern auf dem Weg zur inklusiven Schule" ergeben hat, "geht zwar beim Ausbau der inklusiven Modelle im bayerischen Schulsystem etwas voran, aber noch fehlt die Richtung", erklärt Thomas Gehring, schulpolitischer Sprecher.

06.07.2012 Pressemeldung Bündnis 90/Die Grünen

Momentan gebe es ein Nebeneinander zwischen den beiden Wegen Inklusion durch Kooperation einerseits und den neugeschaffenen Profilschulen und der Einzelintegration andererseits. Auch die Zukunft der Förderschulen und damit die Öffnung für Kinder ohne Förderbedarf müsse endlich angepackt werden.

Wie die grüne Anfrage ergeben hat, werden im laufenden Schuljahr 16.141 Schüler sonderpädagogisch gefördert. Die bisherigen Formen des kooperativen Lernens nach Art. 30a haben im Vergleich zum Vorjahr zugenommen. Gestiegen ist die Zahl der Kooperationsklassen von 586 auf 697, der Partnerklassen von 136 auf 162 und der Offenen Klassen von 57 auf 62. Nach Artikel 30b gibt es neu 41 Schulen mit dem Schulprofil Inklusion und insgesamt erhalten an 2231 allgemeinen Schulen Schüler sonderpädagogische Förderung.

"Ein weiterer wichtiger Schritt muss nun gemacht werden", so Thomas Gehring. "Wir brauchen eine politische Richtung, es muss vorgegeben werden, wie Inklusion vorangehen soll." Für die Grünen ist die Antwort klar: Nach den Forderungen der UN-Behindertenrechtskonvention müssen Menschen mit Behinderung zunehmend Zugang zu einem integrativen Unterricht an Grund- und weiterführenden Schulen haben. Dafür müssten aber auch Stunden des Mobilen Sonderpädagogischen Dienstes (MSD) aufgestockt werden, denn im Schnitt stehen wöchentlich nur 0,95 Lehrerstunden je gefördertem Schüler zur Verfügung.


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