Spaenle

"Bayern hat die Förderung der Kinder und Jugendlichen an den weiterführenden Schulen ausgeweitet und die Durchlässigkeit stark erhöht"

"Bayern hat die Förderung der Kinder und Jugendlichen an den weiterführenden Schulen und die Durchlässigkeit stark erhöht", kommentiert Bayerns Kultusminister Dr. Ludwig Spaenle die Studie der Bertelsmann Stiftung zum Wechsel der Schulform in den einzelnen Ländern.

30.10.2012 Pressemeldung Bayerisches Staatsministerium für Unterricht und Kultus

"Unser Ziel bleibt es, unser differenziertes Bildungswesen nach den Prinzipien Qualität und Gerechtigkeit weiterzuentwickeln", so der Minister. Durch die Ergebnisse der Bertelsmann Stiftung sieht sich das Kultusministerium in seinen Anstrengungen bestätigt. Diese dienen der Ausweitung der individuellen Förderung der Schülerinnen und Schüler in allen Schularten. Sie umfassen den Ausbau der Ganztagsangebote, die Erhöhung der Zahl der Einführungsklassen als Brücken für Schüler mit dem mittleren Bildungsabschluss zum Gymnasium sowie der Zahl der Vorklassen als Brücken zu Fach- und Berufsoberschulen.

Es geht um guten Unterricht, nicht um Systemdebatten

Die Bertelsmann Stiftung hatte den Wechsel der Schüler von einer Schulform zu einer anderen in der Sekundarstufe I im Schuljahr 2011/2012 unter die Lupe nehmen lassen. Als Datenbasis dienten rund 100.000 junge Menschen in ganz Deutschland, die zwischen der 5. und 10. Jahrgangsstufe die Schulart gewechselt hatten. Fazit der Veröffentlichung: Es gibt keinen klaren Favoriten unter den Schulsystemen, der am besten Durchlässigkeit und Aufstieg fördert. Systemdebatten allein seien kein probates Mittel zu mehr Bildungsgerechtigkeit. "In dieser Aussage erkennen wir den bayerischen Weg wieder. Es geht um guten Unterricht in einem verlässlichen Bildungssystem", stellt der Minister fest. Die Autoren der Publikation sprechen mit Blick auf die Bildungsrealität in Bayern von "günstige(n) Verhältnisse von Aufstieg zu Abstieg … in Ländern mit mehrgliedriger Schulstruktur, in denen ein bedeutsamer Anteil an Schülerinnen und Schülern die Hauptschule besucht (Bayern und Baden-Württemberg)."

Nach Angaben der Bertelsmann Stiftung "steigen" in Bayern mehr Kinder und Jugendliche vom Schulsystem her in der Mittelstufe "auf", weniger "steigen ab" - Verhältnis 10:9. Viele von ihnen nutzen nach der 5. Jahrgangsstufe die Möglichkeit, auf der Grundlage guter schulischer Ergebnisse an der Mittelschule auf die Realschule, aber auch auf das Gymnasium überzutreten.

Übertrittsempfehlung wichtige Entscheidungshilfe für die Eltern

Die praktizierte Übertrittsregelung ist aus Sicht des Bayerischen Kultusministers zielführend: "Ich halte die pädagogische Empfehlung der Grundschullehrkraft für eine wichtige Entscheidungshilfe für die Eltern." Diese Position vertreten auch renommierte Bildungsforscher wie die Hochschullehrer Baumert, Ditton und Krüsken. Sie wird ergänzt um die Möglichkeit, am Probeunterricht teilzunehmen. Nach diesem entscheiden die Eltern bis zu einem Ergebnis ihres Kindes von jeweils der Note 4 in den Fächern Deutsch und Mathematik über die Schulwahl selbständig.

Studie: Realschule erbringt "erhebliche Integrationsleistung"

Die Realschule erbringt - wie es die Bertelsmann Stiftung beschreibt - eine "erhebliche Integrationsleistung", da die Realschule während der Jahrgangsstufen 5 bis 10 einen Schülerzuwachs von insgesamt 26 Prozent verzeichnet. Für Kultusminister Spaenle eröffnet sie darüber hinaus ihren Schülerinnen und Schülern "alle Chancen". Die Absolventinnen und Absolventen können nämlich anschließend eine duale Ausbildung durchlaufen oder die schulische Qualifizierung über FOS oder Gymnasium direkt fortsetzen.

Weiter betonte Minister Spaenle: "Ich teile die Einschätzung der Bertelsmann Stiftung, dass eine Entkoppelung der Schulabschlüsse von der Schulart die Chancengerechtigkeit für unsere Schülerinnen und Schüler verbessert. So können beispielsweise Schülerinnen und Schüler der Mittelschule in Bayern den erfolgreichen und den qualifizierenden Hauptschulabschluss sowie den mittleren Bildungsabschluss erwerben." Danach könnten sie sich schulisch und beruflich weiter qualifizieren. "Kein Abschluss ohne Anschluss, diesem Grundsatz folgen wir", so Minister Spaenle.

Minister Spaenle zeigt sich zufrieden, dass die Anstrengungen des Freistaats zur Förderung junger Menschen auch dazu führen, dass in Bayern der Anteil der Schülerinnen und Schüler, die die Schule ohne Hauptschulabschluss verlässt, mit gut 5 Prozent niedriger als in den meisten anderen Bundesländern liegt.

Die von der Bertelsmann Stiftung für Bayern festgestellte Quote der jungen Menschen mit Hochschulzugangsberechtigung - insgesamt gut 41 Prozent - gewinnt in Zusammenhang mit der hohen Übergangsquote eine zusätzliche Bedeutung: Der Anteil der bayerischen Absolventen mit Hochschulreife, der ein Hochschulstudium aufnimmt, liegt bei gut 80 Prozent. Damit rangiert Bayern im Ländervergleich weit vorne.

Aus der Studie ergeben sich auch Herausforderungen für die Zukunft. "An der Quote, wie viele junge Menschen eine Klasse wiederholen müssen, werden wir z.B. weiter arbeiten", so der Minister. Am Gymnasium z.B. sei sie von 2002 bis heute von 3,1 auf nun 2,0 Prozent zurückgegangen. Auch an den Realschulen hat der neu eingerichtete Förderunterricht positive Wirkungen gezeigt: 85 Prozent der Schülerinnen und Schüler, deren Vorrücken gefährdet war, konnten nach seinem Besuch in die nächst höhere Klasse aufrücken.


Mehr zum Thema


Schlagworte

Keine Kommentare vorhanden

Sie sind derzeit nicht angemeldet. Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich vorab bei uns registrieren. Alternativ können Sie sich über Ihren Facebook-Account anmelden.
Anmelden