Bayern: Kopfnoten in Grundschulzeugnissen stehen zur Disposition
(bikl) Seit knapp zwei Jahren gibt es an bayerischen Grundschulen wieder Zeugnisse mit sogenannten Kopfnoten, die das Sozial-, und Arbeitsverhalten der Kinder bewerten. Jetzt rudert Bayerns Kultusminister Siegfried Schneider (CSU) teilweise zurück. Er will diese Bewertungen zumindest vereinfachen. Eltern und Lehrer hatten sich immer wieder gegen die Verhaltensbewertungen in den Grundschulzeugnissen gewehrt.
24.05.2007 Bayern ArtikelIm Sommer 2005 waren die neuen Verhaltensnoten für die ersten beiden Klassen eingeführt worden, im Jahr darauf auch für die weiteren beiden Grundschulklassen. Seither werden Verantwortung, Kooperation, Konzentration, Ausdauer sowie Lern- und Arbeitsverhalten der Schüler jeweils mit der Einstufung A bis D bewertet. Außerdem müssen die Lehrer in einem zweiseitigen Beobachtungsbogen ihren Eindruck vom Verhalten der Schüler dokumentieren.
Der Bayerische Lehrerinnen- und Lehrerverband (BLLV) hatte die Kopfnoten von vorneherein abgelehnt. "Das Verfahren war und ist in unseren Augen pädagogisch diskriminierend, empirisch nicht haltbar und rechtlich fragwürdig", erklärte der neue BLLV-Präsident Klaus Wenzel. Der pädagogische Sinn der Kategorisierung habe sich niemandem erschlossen - zumal keinerlei pädagogische Maßnahmen erfolgten. Die Ankündigung von Kultusminister Schneider "ist als Etappensieg des BLLV zu werten", so Wenzel. "Der massive und anhaltende Protest unzähliger Lehrerinnen und Lehrer hat Wirkung gezeigt."
Kopfnoten waren bis in die siebziger Jahren noch bundesweit üblich, sie wurden dann abgeschafft, erleben aber in den letzten Jahren in vielen Bundesländern wieder ein Comeback.
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