Bayern und Baden-Württemberg lassen gemeinsam ein neues Schulverwaltungsprogramm entwickeln

Bayern und Baden-Württemberg lassen derzeit im Rahmen des eGovernment-Projekts "Amtliche Schuldaten" ein neues Schulverwaltungsprogramm entwickeln. Dieses soll künftig an allen Schulen genutzt werden. Dadurch werden die derzeit an den Schulen eingesetzten Programme und Schulverwaltungsprogramme vollständig abgelöst.

11.06.2007 Bayern, Baden-Württemberg Pressemeldung Bayerisches Staatsministerium für Unterricht und Kultus

Dieses Schulverwaltungsprogramm unterstützt die Schulen und die Schulverwaltung insbesondere bei zwei Aufgaben:

  1. Es soll Verwaltungsvorgänge an Schulen vereinfachen, etwa bei der Unterrichtsplanung oder beim Schulwechsel eines Schülers. Dazu werden die erforderlichen Daten zentral zur Verfügung gestellt.

  2. Es sollen die Daten zur Verfügung stehen, die der Bildungsplanung und Entscheidungen der Bildungspolitik und damit einer Optimierung der Förderung von Schülerinnen und Schülern dienen - ganz nach dem Prinzip "Nur wer weiß, wo der Schuh drückt, kann Abhilfe schaffen". Die hierfür erforderlichen Daten werden in anonymisierter, nicht rückverfolgbarer Form erhoben.

Der bayerische Ministerrat hatte 2004 beschlossen, im Rahmen eines eGovernment-Projekts das bisherige Verfahren "Amtliche Schuldaten" auf eine neue Grundlage zu stellen. Angestrebt wird eine raschere Verfügbarkeit und leichtere Auswertbarkeit der Daten, die für Zwecke der Schulaufsicht und Steuerung benötigt werden. Da in Baden-Württemberg bereits Ähnliches in Arbeit war, haben beide Länder vereinbart, auf dem Gebiet der Weiterentwicklung der Informations- und Kommunikationstechnik in der Schulverwaltung und bei der Realisierung zeitgemäßer Führungsinformationssysteme zusammenarbeiten.

Um den Datenschutz sicherzustellen, wird in Bayern eine eigene gesetzliche Regelung getroffen. Seit Beginn des Prozesses wurde der Datenschutzbeauftragte über die Arbeiten informiert.

Dieses Amtliche Schulverwaltungsprogramm ASV soll ein modernes, leistungsfähiges und plattformunabhängiges Schulverwaltungsprogramm werden. Es soll die Schulen EDV-technisch bestmöglich bei deren komplexen Verwaltungsaufgaben unterstützen, sind sich die Experten beider Kultusministerien einig. Zudem soll es die Schulaufsicht zuverlässig mit Informationen versorgen. Gerade diese enge Verbindung zwischen dem zentralen ASD-System und dem Schulverwaltungsprogramm ASV wird völlig neu konzipiert. Hierdurch sollen beispielsweise Prozesse wie Schüleranmeldung und Überwachung der Schulpflicht bzw. Unterrichtsversorgung besser unterstützt werden. Ebenso werden Wertelisten und Plausibilitätsprüfungen gemeinsam entwickelt und in die jeweiligen Systeme integriert. Deshalb werden die Schulen im Zusammenhang mit dem Projekt Amtliche Schuldaten nur noch ASV einsetzen.

Die Entwicklung einer neuen Software dieser Größenordnung und darüber hinaus mit den eben angedeuteten Schnittstellenbesonderheiten stellt eine große Herausforderung dar, sodass diese von einem professionellen Software¬unternehmen entwickelt wird. Eine Firma aus Karlsruhe hatte sich in der europaweiten Ausschreibung gegen starke Konkurrenten durchgesetzt.


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