Bayerns Kultusministerium beschreitet mit Projekt bundesweit einmaligen Weg und eröffnet Gymnasiasten Türen zu Hochschule und Arbeitswelt

Das "Projekt-Seminar zur Studien- und Berufsorientierung" des neuen bayerischen Gymnasiums stellten heute Bayerns Kultusminister Siegfried Schneider und der Vizepräsident der Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft, Bertram Brossardt, im Haus der Bayerischen Wirtschaft in München vor. Für Kultusminister Siegried Schneider eröffnet das P-Seminar Schülerinnen und Schülern der Bayerischen Gymnasien "neue Wege zu Studium und Beruf". Bertram Brossardt, Hauptgeschäftsführer der vbw - Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e. V. betonte: "Wir freuen uns, dass das Bayerische Kultusministerium mit dem P-Seminar zentrale Forderungen der vbw nach mehr Lebens- und Berufsnähe der Bildungsinhalte erfüllt. Die bayerische Wirtschaft wird alles tun, um gemeinsam mit dem Kultusministerium das P-Seminar zu einem Erfolg zu machen."

29.02.2008 Bayern Pressemeldung Bayerisches Staatsministerium für Unterricht und Kultus

Anregungen aus der Wirtschaft ernst genommen

"Mit dem P-Seminar beschreitet Bayern einen bundesweit einmaligen Weg, die Studien- und Berufsorientierung an den Gymnasien zu stärken. Bayern greift damit", unterstrich Minister Schneider, "Anregungen von Arbeitswelt und Hochschulen auf, um Abiturientinnen und Abiturienten bessere Chancen im Studium und auf dem Arbeitsmarkt zu eröffnen."
Die Reform der Oberstufe, die im Schuljahr 2009/2010 umgesetzt werde, bildet den Abschluss der Reform des bayerischen Gymnasiums. "Das zweistündige Projektseminar ist ein wichtiger Baustein der neuen Oberstufe", so Minister Schneider. Es bereite Schülerinnen und Schüler auf die Wahl von Studium und Beruf vor und eröffne ihnen realitätsnahe Einblicke in die Arbeitswelt - von Unternehmen bis hin zu sozialen und kulturellen Einrichtungen.

Neue Oberstufe wird Ansprüchen von Humboldt und Siemens gerecht

Das neue Gymnasium konzentriere sich einerseits darauf, Allgemeinbildung und Hochschulreife zu vermitteln sowie Persönlichkeit zu bilden. Andererseits solle das Gymnasium auch fit machen für den Weg der Abiturienten in Hochschule, Arbeitswelt und Gesellschaft. Anders formuliert: Das Gymnasium solle den Anforderungen entsprechen, die mit Persönlichkeiten wie Humboldt und Siemens verbunden werden können. Einerseits erlangen Fächer wie Deutsch, Mathematik und Fremdesprache, aber auch die Naturwissenschaften wieder eine gestärkte Rolle gegenüber dem bisherigen Gymnasium. Andererseits ermöglicht der breite Profilbereich, dass sich die Schüler individuell und begabungsgerecht entwickeln können. Zu letzterem gehören sowohl das Projektseminar, in dem projekt- und praxisbezogen zusammen mit Unternehmen, sozialen und kulturellen Einrichtungen wie auch Hochschulen gearbeitet wird, wie auch ein Seminar, das passgenau auf das Hochschulstudium vorbereiten soll. Minister Schneider erinnerte daran, dass sich nach einer bundesweiten Umfrage unter 12.000 Abiturienten des Jahrgangs 2006 drei Viertel unzureichend für die Studien- und Berufswahl gerüstet sahen. Hier schaffe das bayerische Modell mit dem P-Seminar Abhilfe und biete Orientierung, so Minister Schneider. Darüber hinaus vermittle es Methodenkompetenzen, die in einzelnen Unternehmen und Einrichtungen gebraucht würden.

Das P-Seminar in Stichworten

Das Projekt-Seminar zeichnet sich durch folgende Merkmale aus:

  • Gestaltungsfreiheit für Schüler und Lehrkräfte
  • gezielte Vermittlung von Studien- und Berufswahl- sowie Berufsweltkompetenz
  • Förderung und Forderung sozialer, methodischer und personaler Kompetenzen
  • flexible Zusammenarbeit mit externen Partnern

Konkret werden sich die Schüler im ersten Halbjahr der Jahrgangsstufe 11 mit Hochschul-Studiengängern und Zulassungsvoraussetzungen, mit Berufsfeldern, Anforderungen und Bewerbungsverfahren auseinandersetzen. Daran schließt sich eine einjährige Projekt-Phase an, während der die Schüler einen Einblick in einen oder mehrere Bereiche der Arbeitswelt erhalten. Sie sollen dabei in Zusammenarbeit mit einem externen Partner wie einer Firma, einem Sozialen Dienstleister oder Kulturschaffenden Projekte bearbeiten.

Gymnasien stellen Modelle für die Praxis vor

Gymnasiasten aus Bamberg, Mühldorf am Inn, München und Ottobrunn stellten Projekte vor, die sie in einem Schulversuch erprobt haben. Partner aus der Arbeitswelt berichteten über ihre Erfahrungen dabei.

Mit der Informationskampagne, die heute gestartet wurde, wollen das Kultusministerium und die Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft Verantwortliche von Unternehmen sowie sozialer und kultureller Organisationen wie auch der Hochschulen über Ziele und Möglichkeiten von Projekt-Partnern bei der Öffnung der Gymnasien zur Arbeitswelt informieren.

Hintergrundinformationen unter: www.gymnasiale-oberstufe-bayern.de Interessierte Arbeitgeber, kulturelle und soziale Einrichtungen wie auch Schulen können sich über die Internetplattform www.sprungbrett-bayern.de anmelden.


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