GEW Hessen

Befristungsunwesen in Hessens Bildungseinrichtungen endlich beenden!

"Wir fordern die hessische Landesregierung mit allem Nachdruck dazu auf, aus dem Urteil des Gießener Arbeitsgerichts endlich die richtigen Konsequenzen zu ziehen: Hessen muss seine Vorreiterrolle als Arbeitgeber beim Unterlaufen von Kündigungsschutzregelungen endlich beenden und die Zahl der befristeten Arbeitsverträge im Landesdienst auf ein absolutes Mindestmaß eingrenzen", erklärten die Vorsitzende des Bezirksverbands Frankfurt, Maike Wiedwald, und der GEW Landes-vorsitzende, Jochen Nagel, auf einer gemeinsamen Pressekonferenz.

14.03.2013 Pressemeldung GEW Hessen

Am Beispiel zweier Frankfurter Schulen wird deutlich, welches Ausmaß diese Verträge inzwischen angenommen haben und welche negativen Auswirkungen die Befristungspraxis auf betroffene Lehrkräfte aber auch auf die Kontinuität in der pädagogischen Arbeit mit Schülerinnen und Schülern hat. Ständige Wechsel bedeuten, dass sich Schülerinnen und Schüler immer wieder auf neue Lehrstile einstellen müssen, keine langfristigen Unterrichtsprojekte angelegt werden können und auch kein vertrauensvolles Klima in den Klassen aufgebaut werden kann. Die in der Anlage beigefügten Daten des Statistischen Landesamts machen deutlich, dass sich die Zahl der befristeten Verträge in den hessischen Schulen landesweit seit 2003 mit mittlerweile rund 6.000 weit mehr als verdoppelt hat. Doch nicht nur an Schulen, auch an den Hochschulen greift die Praxis befristeter Verträge immer mehr um sich. Inzwischen kommen an den Hochschulen bundesweit bei den wissenschaftlichen Angestellten auf einen unbefristeten Vertrag acht Fristverträge. Damit werden junge Akademikerinnen und Akademiker von Vertrag zu Vertrag "vertröstet", in massiven Abhängigkeitsverhältnissen und ohne Berufsperspektive gehalten.

Die GEW Hessen hat – schon vor dem Gerichtsurteil – die Landesregierung dazu aufgefordert, im Rahmen der Tarifverhandlungen zum Tarifvertrag Hessen eine Begrenzung befristeter Arbeitsverträge zu vereinbaren.

Die GEW Hessen fordert erneut die Einrichtung einer Vertretungsreserve auf der Ebene der Staatlichen Schulämter nach dem bewährten Beispiel der Vertretungsreserve für Grund- und Förderschulen. In allen Schulen gibt es einen Dauerbedarf für Vertretung. "Deshalb fordern wir eine höhere Zuweisung, die in den Schulen zumindest den täglichen Vertretungsbedarf absichert und die unbefristete Einstellung von Lehrkräften, die in den ersten zwei Jahren im Vertretungsunterricht eingesetzt werden können, um dann auf einer regulären Stelle weiter tätig zu sein. Dauerhafter Vertretungsunterricht ist für alle Seiten völlig unzumutbar", erklärte Jochen Nagel.

Nicht zuletzt fordert die GEW Hessen die sofortige Entfristung der Arbeitsverträge aller Lehrkräfte mit Kettenarbeitsverhältnissen. Die GEW Hessen fordert darüber hinaus, dass das Land die Initiative für eine Änderung des Wissenschaftszeitvertragsgesetzes ergreift, um auch dort das Befristungsunwesen zu stoppen. Bis dahin ist das Land gefordert, durch interne Regelung diese Praxis massiv einzuschränken.

Aktuelle Informationen im Internet: www.gew-hessen.de

Ansprechpartner

GEW Hessen

Schlagworte

Keine Kommentare vorhanden

Sie sind derzeit nicht angemeldet. Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich vorab bei uns registrieren. Alternativ können Sie sich über Ihren Facebook-Account anmelden.
Anmelden