Bayern

"Benchmark für gymnasiale Bildung in Deutschland"

Als "Benchmark für Bildungsqualität in Deutschland" bezeichnete heute Bayerns Kultusminister Dr. Ludwig Spaenle in München das bayerische Gymnasium bei der Eröffnung eines Symposiums. Rund 200 Hochschullehrer, Schulleiter, Lehrkräfte, Schülerinnen und Schüler sowie Elternvertreter diskutieren heute in München auf Einladung des Bayerischen Kultusministeriums unter dem Leitwort "Bildungsauftrag, Qualitätsanspruch und Perspektiven" die Zukunft des Gymnasiums in Bayern. Das Gymnasium sei der "

22.12.2010 Pressemeldung Bayerisches Staatsministerium für Unterricht und Kultus

Königsweg, aber nicht der einzige Weg zur Hochschulreife", so der Kultusminister. Über 15 Wege können Schülerinnen und Schüler in dem durchlässigen Bildungswesen in Bayern die Hochschulzugangsberechtigung erwerben. Der Weg über die Fach- und Berufsoberschule habe an Bedeutung für die Schülerinnen und Schüler in jüngster Zeit spürbar zugenommen und er weise ein "Leistungsniveau auf, dass sich sehen lassen kann". Besonderheit des Gymnasiums sei der durchgängige Bildungsweg für junge Menschen mit dem Anspruch auf eine vertiefte Allgemeinbildung und mit hohen kognitiven Anforderungen.

Jede Schulart im differenzierten bayerischen Bildungswesen habe ihren "eigenen Spirit", so der Minister. Das Gymnasium verfolgt für Dr. Spaenle das Ziel, junge Leute auf die allgemeine Hochschulreife vorzubereiten. Mit dieser ist für den Minister Studierfähigkeit, Bildung in einem ganzheitlichen Sinne mit stark kognitivem Ansatz sowie eine umfassende Persönlichkeitsbildung verbunden. Dabei spiele für die Zukunft die Frage der Stärkung der Profile eine wichtige Rolle, nannte der Minister Gymnasien mit Vorbildfunktion in Würzburg durch Kooperation mit Spitzenmusikern und in Gauting durch Zusammenarbeit mit der Technischen Universität München. "Selbstverständlich gibt es auch für das Gymnasium konkrete Handlungsaufträge wie z. B. das Thema Leseförderung, die wir konsequent angehen", so der Minister. Auch die Förderung der besonders begabten jungen Leute werde weiterentwickelt.

Mit Hilfe eines umfassenden Monitoring und einer Prozesssteuerung werde das Ministerium auch weiterhin den Weg der Umsetzung des achtjährigen Gymnasiums an den Schulen aktiv begleiten. Dabei gehe es auch um die Frage der Belastung der Schülerinnen und Schüler. Die Schulfamilie habe sich bei der Einführung des achtjährigen Gymnasiums "nicht immer wohlgefühlt". Aber hier sei man auf einem guten Weg.

"Das differenzierte Schulwesen sichert die Teilhabe- und Chancengerechtigkeit für alle Schülerinnen und Schüler am besten, wenn die Durchlässigkeit und die individuelle Förderung als zweite Seite der selben Medaille sichergestellt ist", unterstrich Minister Spaenle. Den Begabungsschatz von jungen Menschen aus allen sozialen Schichten zu heben, beschrieb Minister als eine zentrale Aufgabe der Bildungspolitik. Soziale Startnachteile müssten kompensiert werden.

Prof. Dr. Manfred Prenzel, Dekan der School of Education der Technischen Universität München, warb dafür, die Bildungsressourcen bei jungen Menschen aus allen gesellschaftlichen Gruppen zu erschließen. Mit Blick auf die Anforderungen, die die Hochschulen an Studierende stellen, führte der Hochschullehrer aus: Die Hochschulen wünschen sich Abiturientinnen und Abiturienten mit einem Persönlichkeitsprofil, das sie befähigt Probleme konstruktiv zu lösen und selbstständig zu arbeiten. Sie sollten darüber hinaus natürlich auch "kognitiv gut" für das Studium vorbereitet sein.


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