Besoldungs-Bonbon für Realschulen
Die Landesregierung hat den Realschulen ein Besoldungs-Bonbon spendiert. Im Haushalt 2009 stehen 400 zusätzliche A13-Stellen nur für Realschulen. Aus Sicht des Realschullehrerverbandes NRW ist dies ein erfreuliches Signal, aber mehr auch nicht. Denn nach wie vor werden Lehrer an den verschiedenen Schulformen in NRW unterschiedlich bezahlt. An Gymnasien gilt im Eingangsamt generell die Besoldungsstufe A13. An den Realschulen ist dies schon in den 1970er Jahren von der damaligen SPD-Landesregierung auf A12 herabgesetzt worden.
16.10.2008 Nordrhein-Westfalen Pressemeldung Realschullehrerverband NRWDas Trostpflästerchen damals – und bis heute: Maximal 40 Prozent der Lehrkräfte an Realschulen können sich in einem Bewerbungsverfahren die Besoldungsstufe A13 "verdienen". "Diese 40 Prozent werden in der Praxis aber fast nirgendwo erreicht – wohl auch aus haushaltstaktischen Erwägungen", beklagt RLV-Vorsitzender Ulrich Brambach. Zudem orientiert sich die für die A13-Ausschreibung erforderliche Aufschlüsselung der Lehrerstellen an Realschulen nicht an den jeweiligen Stellenzahlen im aktuellen Haushaltsjahr, sondern an Einstellungszahlen, die drei Jahre zurückliegen. Auch das trägt dazu bei, dass die 40-Prozent-Marke ständig unterschritten wird, kritisiert der RLV.
"Wir begrüßen die Bewilligung der 400 zusätzlichen A13-Stellen an den Realschulen ausdrücklich", betont Brambach. "Doch dies kann nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Besoldungsfrage völlig neu überdacht werden muss." Mit der Reform der Lehrerausbildung wird die Landesregierung sinnvollerweise für eine gleich lange und damit gleichwertige Lehrerausbildung für alle Schulformen sorgen. Damit wird es höchste Zeit, Ungerechtigkeiten in der Lehrerbesoldung aus der Welt zu schaffen. "Mit der neuen Lehrerausbildung wird es keine Lehrer 1. und 2. Klasse mehr geben. Das ist gut so, aber das muss sich dann auch im Portemonnaie bemerkbar machen", erklärt Brambach.
Die Landesregierung sollte nun die Gelegenheit beim Schopf packen, das Lehramt an Realschulen insgesamt attraktiver zu machen. Die meisten Nachbarländer von NRW bieten schon jetzt die A13-Eingangsbesoldung und zudem großzügigere Verbeamtungsregelungen. "Wir müssen die Abwanderung von jungen, gut ausgebildeten Lehrerinnen und Lehrern in Nachbar-Bundesländer stoppen", so Brambach. Vor diesem Hintergrund seien die 400 zusätzlichen A13-Stellen an den Realschulen ein erstes wichtiges Signal.
Bei Rückfragen steht Ihnen der Vorsitzende des Realschullehrerverbandes NRW, Ulrich Brambach, zur Verfügung: Tel. 0211/1640971 oder mobil 0173/2524420.
Über den Realschullehrerverband NRW:
Der RLV NRW vertritt als landesweit einziger Lehrerverband dezidiert die Interessen der Lehrkräfte an den über 550 Realschulen in NRW, die mit rund 350.000 Schülerinnen und Schülern eine starke, intakte Schulform und eine Säule des Schulsystems bilden. Unter dem Dach des Deutschen Beamtenbundes (dbb) tritt der RLV NRW für ein vielgliedriges Schulsystem in öffentlicher und privater Trägerschaft ein.
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