BEV fordert Realschulabschluss für Hauptschüler

Zum nationalen Bildungsbericht, den die Kultusministerkonferenz heute veröffentlicht hat, sagt der Bayerische Elternverband (BEV):

12.06.2008 Bayern Pressemeldung Bayerischer Elternverband

Bundesweit hat sich gezeigt, dass die Hauptschule keine Zukunft hat, weil sie die Hauptschüler nicht für den Arbeitsmarkt fit machen kann. Auch für Bayern gilt: So wie die Hauptschule derzeit ist, darf sie nicht bleiben. Auch hier erhalten die Absolventen keineswegs alle einen Ausbildungsplatz. Viele landen in oft jahrelangen Warteschleifen, weil die Wirtschaft Realschüler vorzieht. Mit dem mittlere Abschluss (M-Abschluss) hat ein kleiner Teil der Hauptschüler nun zwar bessere Chancen, die anderen stehen aber noch schlechter da.

"Vielen Hauptschülern wird vorgeworfen, sie seien nicht ausbildungsfähig. Das ist ein Vorwurf ans Schulsystem, nicht an die Schüler", sagte Isabell Zacharias, die Landesvorsitzende des BEV. "Gäbe es mehr Lehrer, müsste zum Beispiel während der Qualiprüfungen - wie derzeit - nicht wochenlang der Unterricht für die Acht- und Neuntklässler komplett ausfallen." Zacharias forderte ein verpflichtendes zehntes Schuljahr für alle Hauptschüler, da sie nur so für die ständig wachsenden Ansprüche der Ausbildungsbetriebe fit gemacht werden könnten.

"Jeder Hauptschüler muss den mittleren Abschluss an seiner Schule machen können. Kultusministerium und Staatsregierung müssen endlich über ihren ideologischen Schatten springen und Modellversuche genehmigen, wo Schulleiter und Gemeinden an ihrer Schule Haupt- und Realschulabschluss anbieten wollen." Bisher habe das Kultusministerium alle Anträge für Modellversuche abgelehnt.


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