Bildungsbericht gibt die Situation der bayerischen Hauptschüler nicht angemessen wieder

Mit Blick auf die Ausbildungssituation von Hauptschülern in Bayern weist das Bayerische Kultusministerium die heute in den Medien veröffentliche Botschaft "verheerende Jobchancen" zurück, die angeblich aus dem nationalen Bildungsbericht herauszulesen seien. Nach Auskunft des Bayerischen Industrie- und Handelskammertags sowie des Bayerischen Handwerkstags ist die Anzahl der Vertragsabschlüsse mit Hauptschulabsolventen in den vergangenen zwei Jahren um rund 15 Prozent gestiegen. Zwei Drittel aller Lehrlinge im Handwerk haben vor ihrer Ausbildung die Hauptschule besucht und ihr Anteil nimmt weiter zu. International erfolgreich operierende Unternehmen wie AUDI besetzen gut 50 Prozent der Ausbildungsstellen im gewerblich-technischen Bereich mit Hauptschülern.

09.06.2008 Bayern Pressemeldung Bayerisches Staatsministerium für Unterricht und Kultus

Gleichzeitig sinkt die Anzahl der Jugendlichen, die unmittelbar nach dem Schulende nicht sofort eine Beschäftigung gefunden haben - allein im vergangenen Jahr ging sie um 15 Prozent zurück.

Nach wie vor ist die Hauptschule in Bayern leistungsfähig und unterscheidet sich damit von der Situation in vielen anderen Ländern. Sie wird von einem Drittel der Schüler eines Jahrgangs besucht. Und ihre Ausbildungsleistung wird durch die Hauptschulinitiative, die der Bayerische Kultusminister Siegfried Schneider gestartet hat und gemeinsam mit der Wirtschaft vorantreibt, noch erhöht. Auch in Bayern gibt es für Hauptschüler regional unterschiedliche Situationen für den Berufseinstieg. Vor allem werden mit der Hauptschulinitiative die Kompetenzen in den Kernfächern und die sozialen Fähigkeiten weiter ausgebaut. Mittel dazu sind individuelle Förderung und verstärkter Praxisbezug.

Der Präsident des Bayerischen Handwerkstags, Heinrich Traublinger, hatte erst am Freitag mit Blick auf die aktuelle Einstellungssituation erklärt: "Das Bayerische Handwerk steht hinter der Hauptschule, dem dreigliedrigen Schulsystem und der Hauptschulinitiative von Kultusminister Siegfried Schneider." Der Hauptgeschäftsführer des Bayerischen Industrie- und Handelskammertags, Dr. Reinhard Dörfler, hatte ergänzt: "Nach meiner Auffassung läuft ohne Hauptschüler gar nichts."


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