GEW:

Bildungs-Abbau in Baden-Württemberg

"Heute sind nur Delegationen aus allen Landkreisen Baden-Württembergs hier, um für erfolgreiche Reformen, gegen die Streichung von Lehrerstellen und die konzeptionslose Bildungspolitik zu protestieren. Wenn Grüne und SPD ihre Bildungspolitik so fortsetzen, werden in drei Jahren vor der nächsten Landtagswahl hier auf dem Schlossplatz Zehntausende stehen. Schülerinnen und Schüler, Eltern und die Lehrkräfte sind enttäuscht und wütend, dass 20 Monate nach dem Start von Grün-Rot die versprochene ´Bessere Bildung für alle` offenbar vergessen ist und konzeptionslos und mit dem Rasenmäher auf dem Rücken der Schülerinnen und Schüler gespart wird", sagte am Donnerstag (13.12.) in Stuttgart Doro Moritz, Landesvorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) vor den rund 1.000 Teilnehmer/innen aus ganz Baden-Württemberg.

13.12.2012 Pressemeldung GEW Baden-Württemberg

Delegationen der Bildungsgewerkschaft GEW haben unterstützt von dem vor allem von Eltern getragenen Verein "Schule mit Zukunft" eine Lichterkette vom Finanz- und Kultusministerium im Neuen Schloss bis zum Landtag gebildet, in dem bis morgen die zweite Lesung des Doppelhaushalts 2013/14 stattfindet. "Ministerpräsident Winfried Kretschmann und sein Stellvertreter Nils Schmid haben mit diesem Haushaltsentwurf den Bildungs-Abbau für Baden-Württemberg erklärt. Mit den geplanten Streichungen von Lehrerstellen und den Sparmaßnahmen auf dem Rücken der Lehrerinnen und Lehrer bricht Grün-Rot die Wahlversprechen und den eigenen Koalitionsvertrag", sagte Doro Moritz

Sparen wird teuer

Doro Moritz kritisierte die kurzfristig denkende Politik der Landesregierung: "Statt besserer Bildung steht uns in diesem Jahr eine Bescherung der besonderen Art bevor, wenn die Abgeordneten dort drüben im Landtag bis zum 19. Dezember nicht zur Besinnung kommen. An diesem Tag soll der Sparhaushalt beschlossen werden. Er macht viele unserer Hoffnungen zunichte. Wir sind heute da, um der Landesregierung zu sagen, dass das Sparen an Kindern und Jugendlichen sehr teuer wird für unser Land, für unsere Gesellschaft, für uns alle."

Lehrerbedarfsprognose: Jede freiwerdende Stelle wird gebraucht

Die GEW macht sich mit der Kampagne "Gut angelegt: Geld für Bildung!" für Qualität statt Kürzungen stark. Will die baden-württembergische Landesregierung nur einen ganz kleinen Teil ihrer bildungspolitischen Reformvorhaben umsetzen, gibt es bis 2016 keinen Spielraum für Stellenstreichungen. Zu diesem Ergebnis kommt eine Lehrerbedarfsprognose des Essener Bildungswissenschaftlers Klaus Klemm.

"Es stimmt einfach nicht, dass mit den rückläufigen Schülerzahlen Reformen finanziert werden können. Die Expertise des Bildungsforschers Klaus Klemm, aber auch ein realistischer Blick auf den Schulalltag, widerlegen dies klar. 6.100 Lehrerstellen werden bis 2016 frei. Wir brauchen jede einzelne Stelle, um auch nur einen kleinen Teil der Reformen umzusetzen: Für Gemeinschaftsschulen, für gebundene Ganztagsschulen nicht nur in der Grundschule, für Inklusion, für Pool-Stunden in der Grundschule, für den Ausbau der Lehrerreserve, für die Einführung von Ethik ab Klasse 1 und für den Abbau des Unterrichtsdefizits", sagte Moritz.

Kultusministerium blockiert Weiterentwicklung der Schulen

Die GEW kritisierte die geplanten Kürzungen der Deputate zum Beispiel in der Lehrerausbildung, der Bildungsplanarbeit, der Schulentwicklung, der Fortbildung und der Suchtprävention. "Jetzt setzt das Kultusministerium genau dort massiv den Rotstift an, wo es die inhaltliche Weiterentwicklung der Schulen steuern und unterstützen könnte. Das ist fatal. Zur Disposition steht auch die Altersermäßigung. Die Lehrerinnen und Lehrer brauchen sie zum Erhalt ihrer Dienstfähigkeit und deshalb werden wir um sie kämpfen. Die Stellenstreichungen vernichten die Berufsperspektive von mehr als 2.500 künftigen Lehrerinnen und Lehrer. Den Dienstanfänger/innen wird die Eingangsbesoldung drastisch gekürzt. Den Schulleitungen der Hauptschulen, kürzt Grün-Rot das Gehalt, so dass sie künftig weniger verdienen als ihre Lehrer/innen. So geht man nicht mit Führungskräften um. Das nenne ich konzeptionsloses und kontraproduktives Sparen", sagte Moritz.

Weitere Informationen: GEW-Kampagne "Gut angelegt!"

Ansprechpartner

GEW Baden-Württemberg

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