Bildungsbericht verlangt offene Diskussion über Schulstruktur

Die Bildungsgewerkschaft GEW begrüßt den ersten Bildungsbericht für Baden-Württemberg als wichtige Grundlage für die Verbesserung der Schulen im Südwesten. "Ziel der Bildungsberichte muss eine offene Diskussion über die Zukunft unserer Schulen sein. Die umfangreiche Datensammlung würde entwertet, wenn die CDU-/FDP-Landesregierung sie nur zur Bestätigung ihrer eigenen Politik verwendet. Die erneut festgestellte Benachteiligung von Kindern und Jugendlichen mit Migrationshintergrund zwingt zum Handeln", sagte am Donnerstag (06.12.07) in Stuttgart Rainer Dahlem, Landesvorsitzender der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW).

06.12.2007 Baden-Württemberg Pressemeldung GEW Baden-Württemberg

Die GEW schlägt vor, in Kindertageseinrichtungen und Schulen die so genannten Migrantenkinder bei der Stellenzuweisung doppelt zu zählen. "Die Probleme sind seit langem bekannt und werden nicht durch Appelle an die Eltern und Sprachförderprogramme in zu großen Kindergartengruppen und vollen Schulklassen behoben werden können. Die Landesregierung muss mehr investieren, um nicht weiter zu den Weltmeistern in Sachen Benachteiligung zu gehören", sagte Dahlem. Im PISA-Siegerland Finnland belegen zum Beispiel Migrantenkinder in vielen Kindertageseinrichtungen zwei Plätze.

Die GEW lobt die gute Leistung der Lehrerinnen und Lehrer an den Beruflichen Schulen, an denen viele allgemein bildende Abschlüsse erworben werden. "Wir müssen uns aber fragen, warum Kinder, die in der vierten Klasse auf Hauptschulen und Realschulen geschickt wurden, offenbar doch in der Lage sind, die Hochschulreife zu erreichen. Diese teuren Umwege und die damit verbundene längere Schulzeit stellt die Auslese bei den Zehnjährigen, die Grundschulempfehlung und das achtjährige Gymnasium in Frage", so Dahlem.

Weitere Informationen: www.gew-bw.de

Ansprechpartner

GEW Baden-Württemberg

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