Bildungslotsen

Bildungsketten: ein Schritt vor, zwei zurück

Zum heutigen Beschluss des Bundeskabinetts zu sogenannten "Bildungsketten" erklärt die stellvertretende Vorsitzende der SPDBundestagsfraktion Dagmar Ziegler:

16.06.2010 Pressemeldung Sozialdemokratische Partei Deutschlands

Mit den sogenannten Bildungslotsen erweitert die Bundesregierung das von den SPD-Arbeitsminister Müntefering und Scholz in der vergangenen Legislaturperiode auf den Weg gebrachte Programm zur Berufseinstiegsbegleitung. In der Großen Koalition hatte sich die Union noch dafür eingesetzt, die Berufseinstiegsbegleitung möglichst klein zu halten. Mehr als eine modellhafte Erprobung wollten Schavan und Co. damals keinesfalls mitmachen.

Der Lernprozess, dass es sich bei dem SPD-Konzept der Berufseinstiegsbegleitung um einen sinnvollen Ansatz handelt, ist grundsätzlich zu begrüßen. Allerdings agiert Frau Schavan immer noch viel zu halbherzig.Ein flächendeckendes Angebot an Berufseinstiegsunterstützung wird auch mit den Ankündigungen der Bundesregierung nicht erreicht. Schlimmer noch: Die angekündigten Kürzungen bei der Arbeitsmarktpolitik führen eine Initiative "Bildungsketten" von vorneherein ad absurdum. Nach dem neuen Bildungsbericht von Bund und Ländern haben 17 Prozent der 20- bis 30-Jährigen in Deutschland keinen Berufsabschluss und befinden sich auch nicht mehr in Bildungsmaßnahmen.

Für diese jungen Menschen hat Schwarz-Gelb keine Antwort. Im Gegenteil: statt Rechtsansprüche auf nachholende Qualifizierung auszuweiten, wollen Union und FDP alle Qualifizierungsinstrumente zur Ermessenssache machen. Das ist das genaue Gegenteil dessen, was junge Menschen ohne Schul- oder Berufsabschluss brauchen.

Für die SPD steht fest: Das Recht auf eine zweite oder dritte Chance muss gestärkt werden. Dazu gehört der Rechtsanspruch auf das Nachholen eines Schulabschlusses. Und dazu gehört ein Rechtsanspruch auf einen Ausbildungsplatz durch staatliche Förderung. Schwarz-Gelb agiert dagegen nach dem Motto: ein Schritt vor, zwei zurück. Fortschritt für die Zukunftschancen junger Menschen sieht anders aus.

www.spdfraktion.de


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