Schleswig-Holstein

Bildungskonferenz darf kein Feigenblatt werden

Die Interessenvertretung der Lehrkräfte in Schleswig-Holstein (IVL) ist nicht zufrieden mit den Aussagen der Dänenampel im Koalitionsvertrag zum Thema Bildung.

04.06.2012 Pressemeldung Interessenvertretung der Lehrkräfte in Schleswig-Holstein

"Wir sehen den Vorhaben der Koalition skeptisch entgegen, zumal die Aussagen doch recht schwammig sind", kommentiert die IVL-Landesvorsitzende Grete Rhenius das vorgelegte Papier, "einerseits begrüßen wir es natürlich, dass mehr Stellen im System belassen werden sollen, andererseits wird aber nicht gesagt, wann dies geschehen soll – ´schnellstmöglich` ist dabei ein sehr dehnbarer Begriff!" Die IVL sieht noch weitere Knackpunkte im Koalitionsvertrag, z.B. warum den Regionalschulen gestrichene Differenzierungsstunden nicht zurückgegeben werden sollen, obwohl auch an diesen in der Regel ´länger gemeinsam gelernt` wird.

Mit Spannung erwartet die IVL auch das angekündigte Maßnahmenpaket zur Minimierung des Stundenausfalls, wenn, wie offenbar geplant, der Vertretungsfonds wieder eingedampft werden soll.

"Wenn Außendifferenzierung an Gemeinschaftsschulen wieder untersagt wird, wird die konzeptionelle Arbeit vieler Kollegien der letzten Monate und Jahre wieder einmal für die Katz´ gewesen sein, von daher warnen wir vor zuviel Reformfreude der neuen Koalition", so Rhenius weiter. Mit Sorge wird seitens des Verbandes die Aussage zur Inklusion, die sich auf reine Quotensteigerung reduzieren lässt, betrachtet – ein klares Bekenntnis zu den Förderschulen wäre zielführender gewesen. Weiterhin ist der Verzicht auf Schulartempfehlungen nach Ansicht der IVL ein klarer Fehler.

Dennoch bleibt abzuwarten, was tatsächlich umgesetzt werden wird, wie z.B. die im Vertrag angekündigte "Bildungskonferenz": "Die "Bildungskonferenz Schule" muss tatsächlich ergebnisoffen sein, wenn sie nicht bloß das Feigenblatt einer parteipolitischen Bildungspolitik sein soll, das zu weiteren Schulgesetzänderungen führt. Dass fundierte Ergebnisse dieser Konferenz bereits im Oktober 2012 vorliegen sollen, erachten wir allerdings als illusorisch", so Rhenius abschließend.


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