Bildungsministerium baut Förderprogramme in Lesen und Mathematik aus

Das Bildungsministerium baut die Lese- und Mathematik-Förderung für Schülerinnen und Schüler in Schleswig-Holstein deutlich aus. "Lesen und Mathematik gehören zu den grundlegenden Kompetenzen, in der Schule wie auf dem Arbeitsmarkt. Gerade die leistungsschwächeren Schülerinnen und Schüler müssen wir in diesen zentralen Bereichen intensiv fördern", sagte Bildungsministerin Ute Erdsiek-Rave heute (24. November) in Kiel. Deshalb werde das erfolgreiche Leseförderprojekt "Niemanden zurücklassen - Lesen macht stark" ab dem Schuljahr 2009/10 auf alle weiterführenden Schulen mit Ausnahme des Gymnasiums ausgeweitet.

25.11.2008 Schleswig-Holstein Pressemeldung Ministerium für Schule und Berufsbildung des Landes Schleswig-Holstein

Die Ministerin betonte, nicht zuletzt die jüngsten PISA-Ergebnisse zeigten, welch großen Einfluss Lesen und Mathematik auf die gesamte Bildungskarriere haben. "Besonders Schülerinnen und Schüler mit Migrationshintergrund profitieren von diesem Projekt. Dies ist auch ein wichtiger Beitrag, um möglichst jeden Jugendlichen zu einem Schulabschluss zu führen." Der konzeptionelle Ansatz - die individuelle Förderung jeder und jedes Einzelnen - sei gut auf Mathematik übertragbar.

Am Leseprogramm "Niemanden zurücklassen" sollen bereits zum kommenden Schuljahr auch die Gemeinschaftsschulen, Regionalschulen, Hauptschulen, Realschulen und Gesamtschulen im Land teilnehmen können. Dafür wird das Bildungsministerium 60 Planstellen aus dem Förderfonds bereitstellen. So könnten mehr als 200 bis 250 Schulen dieser Schularten gefördert werden.

Parallel dazu startet das Land auch ein Mathematik-Förderprojekt, dem dasselbe Konzept zugrunde liegt. Zunächst sollen etwa 50 Schulen in der Jahrgangsstufe 5 damit beginnen. Dafür sind zehn Planstellen aus dem Förderfonds vorgesehen. In den kommenden Jahren soll auch dieses Projekt schrittweise ausgeweitet werden.

Hintergrund
Das Projekt "Niemanden zurücklassen - Lesen macht stark" für die Klassenstufen 5 bis 9 ist im August 2006 in den Klassenstufen 5 und 6 an 50 Hauptschulen gestartet. "Niemanden zurücklassen" bietet den Schulen gezielte Unterstützung durch externe Berater, spezielle Lesemappen und Materialordner und zusätzliche Lehrerstunden. Ein zentraler Bestandteil des Projektes ist die jährliche Erfassung der Lesekompetenz durch objektive Tests und Vergleichsarbeiten. Auf der Basis der Ergebnisse werden an den Schulen Aktionspläne für eine gezielte Förderung aufgestellt.

Im Schuljahr 2007/08 sind weitere 44 Schulen zu dem Projekt hinzugekommen. Seit Beginn des Schuljahres 2008/2009 ist das Projekt für die Regional- und Gemeinschaftsschulen geöffnet. Insgesamt nehmen derzeit rund 140 Schulen teil. Träger des Projektes sind das Ministerium für Bildung und Frauen und das Institut für Qualitätsentwicklung an Schulen Schleswig-Holstein (IQSH). "Niemanden zurücklassen" wird vom Institut für Qualitätsentwicklung im Bildungswesen (IQB), Berlin und der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel wissenschaftlich begleitet. Die wissenschaftliche Begleitung des Projektes evaluiert die Wirksamkeit und Akzeptanz des Programms.


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