Bildungsministerium, GEW und Lehrervertretungen unterzeichneten gemeinsame Regelung zu Lehrerpräsenzzeiten

Eine gemeinsam unterzeichnete \*Vereinbarung zur Weiterentwicklung der Qualität schulischer Bildung und Erziehung im Land Brandenburg" haben Bildungsminister Holger Rupprecht, der Landesvorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft, Günther Fuchs, sowie Vertreter des Brandenburgischen Pädagogenverbands, des Verbands brandenburgischer Realschullehrer und des Deutschen Philologenverbands vorgestellt. Die Vereinbarung hat zwei Teile.

08.08.2005 Brandenburg Pressemeldung Ministerium für Bildung, Jugend und Sport des Landes Brandenburg

In dem einen geht es um Anrechnungsstunden ab dem Schuljahr 2006/07 für die Klassenleitung der 7. und 10. Klasse, die Leitung von schulischen und überschulischen Fachkonferenzen, die pädagogische Schulentwicklung, die Leitung einer Schule und die Zusammenarbeit zwischen Grundschule und Kita. Mit diesen An-rechnungsstunden wird vielen Lehrkräften ermöglicht, mit noch mehr Engagement und mehr Zeiteinsatz zentrale Aufgaben im Prozess der Qualitätssteigerungen der Schulen zu leisten.

Im zweiten Teil der Vereinbarung bekennen sich alle Vertragsunterzeichner dazu, dass eine Festlegung von Anwesenheitszeiten von Lehrkräften über die Unterrichtszeiten hinaus einen Beitrag für die Qualität der Schule leisten kann. Qualität an Schule hängt in hohem Maße davon ab, ob und wieviel Kommunikation stattfindet, Kommunikation innerhalb des Lehrerkollegiums, Kommunikation zwischen Lehrkräften und Schülern und Kommunikation zwischen Lehrkräften und Eltern. Dazu dienen feste Präsenszeiten an den Schulen.

"Die Vereinbarung ist ein gemeinsames Bekenntnis und eine Dokumentation der gemeinsamen Anstrengungen zur Steigerung der Qualität der pädagogischen Arbeit in den Brandenburger Schulen", sagt Bildungsminister Holger Rupp-recht. "Wir verordnen von oben keine Präsenszeiten für die Schulen, sondern die Schulen selber sollen bzw. können im Rahmen ihrer Selbstständigkeit Festlegungen zu verpflichtenden Anwesenheitszeiten von Lehrkräften in der Schule treffen. Über die Grundsätze von festen Anwesenheitszeiten trifft die Konferenz der Lehrkräfte einen Beschluss, den die Schulleiterin oder der Schulleiter umsetzen. Wir haben in der Vereinbarung festgelegt, dass für die Laufzeit der Vereinbarung, also für drei Jahre, solche festen Anwesenheitszeiten an der Schule nur eingeführt werden, wenn die Konferenz der Lehrkräfte dem auch zustimmt."

Als Gründe für die Regelung nannte Minister Rupprecht, dass in den vergangenen Jahren eine ganze Reihe an bildungspolitischen Maßnahmen in den Schulen eingeführt wurden, die alle darauf abzielen, mit den gewonnenen Informationen einen Fachaustausch in der Schule zu befördern. Der Umgang mit Ergebnissen aus zentralen Leistungstests und von Vergleichsarbeiten, die verpflichtende Entwick-lung von Schulprogrammen, die Auseinandersetzung mit Ergebnissen der in diesem Schuljahr anlaufenden Visitationsteams zwingt die Lehrkräfte dazu, sich vermehrt auszutauschen, über Ziele und Konsequenzen für alle Fragen des Unterrichts und der Schule zu verständigen, auch mit den Schülern und den Eltern. Sinn und Zweck der Ganztagsschule ist ebenfalls das längere gemeinsame Lernen, die Vertiefung von Bildungsarbeit.

"Deshalb rufen wir, Ministerium und Lehrerverbände, die Schulen auf, über Präsenzzeiten zu diskutieren und in der Selbstständigkeit der Schulen den jeweiligen Bedingungen und Erfordernissen entsprechende Regelungen im Konsens zwi-schen Lehrkräften und Schulleitungen zu treffen", sagt Bildungsminister Rupprecht. "Es bleibt den Schulleitern vorbehalten, im Konsens mit der Lehrkräften, anhand der Gegebenheiten ihrer Schule zu entscheiden, wie weit die Regelung angewendet werden soll. Ich setze auf die Lehrkräfte, die die positiven Chancen für Schule erkennen und nutzen wollen. Die Regelung macht ernst mit der erweiterten Gestaltungsfreiheit von Schule im Sinne ihrer Schüler und der Eltern. An vielen Schulen geschieht dies bereits."

In einem Rundschreiben des Ministeriums, das den Schulen seit Mitte der letzten Woche vorliegt, werden das Verfahren vorgegeben und der Rahmen benannt.


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