Bildungsstandards sind ein Riesenschritt nach vorn

Als einen "Riesenschritt nach vorn" hat der Staatssekretär im Hessischen Kultusministerium, Joachim Jacobi, die Verständigung der Kultusministerkonferenz (KMK) auf länderübergreifende Bildungsstandards für Schulabschlüsse bezeichnet.

30.09.2004 Hessen Pressemeldung Hessisches Ministerium für Kultus, Bildung und Chancen

Auf dem Gymnasialtag 2004 des Hessischen Philologenverbandes zum Thema "Bildungsstandards - Standards gymnasialer Bildung?" sagte er, Bildungsstandards legten Grundkompetenzen fest, die Schülerinnen und Schüler am Abschluss des jeweiligen Bildungsgangs in den jeweiligen Fächern beherrschen sollten. "Damit werden nicht nur die Inhalte des Unterrichts beschrieben, wie das bei traditionellen Lehrplänen üblich ist. Vielmehr geht es darum, die fachbezogenen Kompetenzen, die Schülerinnen und Schüler erreichen sollen, abschlussbezogen präzise zu beschreiben", so der Staatssekretär.

Die fachbezogenen Kompetenzen würden durch Aufgabenbeispiele, die unterschiedliche Kompetenzgrade definieren, ergänzt. Diese Aufgaben würden auf einer international gebräuchlichen Skala, ähnlich wie die PISA-Aufgaben, normiert und dienten so der objektiven Feststellung, inwieweit die Standards auch erreicht werden. "Bildungsstandards sind damit Bestandteile eines umfassenden Systems der Qualitätssicherung, das interne und externe Evaluation umfasst", erklärte Jacobi. Diese Vorgehensweise habe sich in den letzten Jahren und Jahrzehnten in den Nachbarländern als überaus erfolgreich erwiesen. Dort sei die Bildungspolitik schon vor vielen Jahren so umgestaltet worden, dass stärker nach den Ergebnissen des Bildungsprozesses gefragt werde. Diese Umgestaltung werde durch die Einführung verbindlicher Bildungsstandards auch in Deutschland erreicht.

Jacobi nannte es "beispielhaft für die deutlich verbesserte Zusammenarbeit der Länder", dass sie sich in kurzer Zeit auf anspruchsvolle Bildungsstandards verständigen konnten. Dies sei ein großer Erfolg der KMK und der Bildungspolitik in der Verantwortung der Länder. Er wies ferner darauf hin, dass die Bildungsstandards, auf sich die Länder verständigt haben, abschlussbezogen, aber unabhängig von der Schulform definiert seien. "Es wird festgelegt, was die Schüler für den jeweiligen Abschluss können müssen, unabhängig davon, ob sie diese Kompetenzen im gegliederten Schulwesen oder in einer Gesamtschule erworben haben", so Jacobi.

Die Einführung von Bildungsstandards biete auch den Schulen unmittelbare Vorteile. "Eine stärkere Orientierung des Unterrichts an den Standards hilft, den Blick auf die Lernergebnisse der Schülerinnen und Schüler zu lenken", sagte der Staatssekretär. Die zu entwickelnden Aufgabenbeispiele seien als Diagnoseinstrumente zur individuellen Förderung der Schülerinnen und Schüler hervorragend geeignet. Dies alles setze allerdings voraus, dass die Schulen sich auf die Arbeit mit den Standards auch einlassen. "Die Unterrichtsinhalte, die Arbeitsmethoden und die Aufgabenkultur an unseren Schulen wird künftig durch Bildungsstandards geprägt sein", erklärte er. Denn nur wenn die Lehrerinnen und Lehrer die Standards und die Orientierung an den Bildungszielen akzeptierten, könnten sie die gewünschte positive Wirkung entfalten. Jacobi sagte für die hessischen Lehrkräfte umfangreiche Informationen und Fortbildungsangebote zu.


Schlagworte

Keine Kommentare vorhanden

Sie sind derzeit nicht angemeldet. Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich vorab bei uns registrieren. Alternativ können Sie sich über Ihren Facebook-Account anmelden.
Anmelden