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BLLV fordert Bekenntnis zu ganzheitlicher Bildung

Die 54. Landesdelegiertenversammlung des Bayerischen Lehrer- und Lehrerinnenverbandes ist zu Ende. Drei Tage lang befassten sich 600 Delegierte unter dem Motto „Herz. Kopf. Hand. - Bildung ist Zeit für Menschen“ mit aktuellen schul- und bildungspolitischen Themen.

03.06.2019 Bayern Pressemeldung Bayerischer Lehrer- und Lehrerinnenverband (BLLV) e.V.
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Lehrerinnen und Lehrer aller Schularten legten die Richtlinien der Politik des Bayerischen Lehrer- und Lehrerinnenverbandes (BLLV) für die nächsten Jahre fest. BLLV-Präsidentin Simone Fleischmann fordert zum Abschluss der LDV das Bekenntnis der Politik zu einer ganzheitlichen Bildung: „Junge Menschen brauchen heute - neben Grundlagenwissen - kognitive Kompetenzen, emotionale Intelligenz, musisch-kulturelle Fähigkeiten und eine demokratische Wertorientierung. In Zeiten des digitalen Kapitalismus ist ein umfassender Bildungsbegriff von großer Relevanz.“

Die Gesellschaft von morgen brauche Menschen mit der Bereitschaft zu lebenslangem Lernen, mit sozialen Kompetenzen und einer klaren Werteorientierung, betont Fleischmann. Für diese Bildung sei Zeit nötig. Deshalb brauche Schule letztlich immer auch die Rückendeckung der Politik. „Schulen müssen eine Haltung vermitteln, die junge Menschen heute fachlich und persönlich stark macht, um in der Welt von morgen zu bestehen, so die BLLV-Präsidentin. Sie sei der festen Überzeugung, dass der Pädagogik ein ganzheitliches Menschenbild zugrunde gelegt werde müsse. Dies sei auch der Schlüssel dafür, „die Herausforderungen der Zukunft meistern zu können.“

Fleischmann bedankt sich bei allen Delegierten für die „konstruktive, offene Diskussion und die hohe Bereitschaft, diese LDV aktiv mitzugestalten. In einem mehrtägigen Prozess sei es gelungen, das Manifest „Herz. Kopf. Hand. - Bildung ist Zeit für Menschen“ auf die politische Umsetzung hin zu bearbeiten. „Wir werden unsere Überzeugungen in den nächsten Jahren mit großem Nachdruck in die Politik einbringen. Die Praxis muss gehört werden. Es ist Zeit, dass wir die Realität der Schule diskutieren. Lehrermangel, unzureichende Rahmenbedingungen, eine pervertierte Prüfungskultur, eine starre, festgefahrene Lehrerbildung und Fehlinvestitionen in großem Umfang sind die Realität und schaden unseren Schulen“, so Fleischmann.

Intensiv diskutiert und verabschiedet wurden auch 15 Positionspapiere, darunter die Resolution Gewalt gegen Lehrkräfte. Darin fordert der BLLV Verwaltung und Politik auf, das Problem nicht länger zu ignorieren und den Diskurs darüber nicht zu tabuisieren. Vielmehr brauche es eine Dokumentation sämtlicher Vorkommnisse. Die Statistiken seien von der Verwaltung zu führen und zu veröffentlichen. Der BLLV erwarte von der Politik, „dass sie sich der Verrohung und Gewalt stärker entgegenstellt als bisher und das Strafgesetzbuch in Bezug auf Übergriffe gegen alle Beschäftigten des öffentlichen Dienstes verschärft.“ Dies sei auch eine Frage der Wertschätzung und des Respekts.

Im Leitantrag Attraktive Arbeitsbedingungen für attraktive Schulen sprechen sich die Delegierten u.a. erneut für eine Anhebung der Eingangsbesoldung der Grund- und Mittelschullehrer auf die gleiche Höhe wie bei den Gymnasiallehrern sowie für die Umsetzung des Arbeitsplatzschutzgesetzes an Schulen aus.  

Die LDV belege eindrucksvoll, wie motiviert, kompetent und ernsthaft Lehrerinnen und Lehrer die Zukunft der Schulen in Bayern mitgestalten wollen, fasst Fleischmann die dreitägige Großveranstaltung zusammen. „Wir können stolz sein.“ Fleischmann, die am Freitag mit 98,5 % in ihrem Amt bestätigt wurde, und nun ihre zweite Legislaturperiode antritt, bedankt sich bei allen Delegierten für die „konstruktive und offene Diskussion“. An Bayerns Schul- und Bildungspolitiker gerichtet appelliert sie, die Signale, die von dieser LDV ausgingen, nicht zu überhören.


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