BLLV fordert Klarheit in der Zeugnisfrage

Mit großer Skepsis hat der Präsident des Bayerischen Lehrer- und Lehrerinnenverbandes (BLLV), Klaus Wenzel, auf die heute von Kultusminister Siegfried Schneider vorgestellten Änderungen bezüglich der Grundschulzeugnisse reagiert: "Wer Buchstaben durch Ziffernnoten ersetzt und sonst nichts an der seit Jahren heftig kritisierten und von Pädagogen abgelehnten Kategorisierung des Lern,- Arbeits- und Sozialverhaltens von Kindern ändert, nimmt die Bedürfnisse und den Protest der Betroffenen nicht ernst." Im Interesse der Schülerinnen und Schüler, der Eltern und der Lehrerinnen und Lehrer erwartet der BLLV unverzüglich eine klare Lösung, die den Kindern pädagogisch gerecht wird und den Lehrerinnen und Lehrern genügend Zeit für ihre Kernarbeit lässt.

29.01.2008 Bayern Pressemeldung Bayerischer Lehrer- und Lehrerinnenverband (BLLV) e.V.

"Der BLLV lehnt eine Kategorisierung des Lern,- Arbeits- und Sozialverhaltens von Grundschulkindern nach wie vor ab - dabei spielt es keine Rolle, ob dies durch Buchstaben oder durch Ziffernnoten erfolgt."

"Die Qualität von Schule lässt sich nicht durch bürokratische Maßnahmen verbessern", betonte Wenzel. "Die Kategorisierung stärkt nicht die pädagogische Arbeit an den Schulen, vielmehr geht wertvolle Arbeitskraft verloren, die Beziehung zwischen Lehrern, Schülern und Eltern wird unnötig belastet. Gut funktionierende Verwaltung ist in jeder Schule wichtig, dennoch dürfen wir nicht der Illusion verfallen, Statistik und Bürokratie könnten Pädagogik ersetzen." Schule lebt vielmehr von der lebendigen Beziehung zwischen Schülern und Lehrer. Deshalb muss alles dafür getan werden, diese Beziehung zu stärken - und nicht die Kontrolle.


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