Bayern

BLLV: Schulen brauchen Weiterentwicklung

Schulen brauchen Weiterentwicklung, keinen Stillstand. Die Ankündigung von Ministerpräsident Horst Seehofer, an den Schulen für mehr Ruhe zu sorgen und von weiteren Reformen abzusehen, ist aus Sicht des Präsidenten des Bayerischen Lehrer- und Lehrerinnenverbandes (BLLV), Klaus Wenzel, allerdings die falsche Antwort auf drängende Probleme. "Viele Lehrer sind in der Tat reformmüde und erschöpft, das liegt aber an der Art und Weise, wie in der Vergangenheit Reformen eingeführt und umgesetzt wurden", sagte er heute in München. Ein Stillstand wäre für die Schulen wenig hilfreich. "Schulleitungen und Kollegien müssten unter den schlechten Bedingungen weitermachen wie bisher. Sie brauchen aber dringend Verbesserungen."

13.11.2013 Pressemeldung Bayerischer Lehrer- und Lehrerinnenverband (BLLV) e.V.

Viele Menschen seien mit der Bildungspolitik im Freistaat unzufrieden: "Die Probleme am achtjährigen Gymnasium sind ungelöst. Schüler, Eltern und Lehrer werden allein gelassen. Viele wünschen sich ein zeitgemäßes Lern- und Leistungsverständnis, weg vom Pauken toten Faktenwissens hin zu nachhaltigen Lernprozessen, von denen Heranwachsende tatsächlich profitieren." Nach wie vor seien zu viele Klassen zu groß, das gelte vor allem an den Realschulen, immer noch gebe es zu wenige qualitativ hochwertige Ganztagsangebote und an den Grundschulen beherrsche der massive Übertrittsdruck den Schulalltag. "Er macht Kindern, Eltern und Lehrern das Leben schwer. Er zerstört in vielen Fällen Motivation, nimmt Kindern die Freude am Lernen und er macht viele krank."

Als größte Herausforderungen bezeichnete Wenzel neben der Umsetzung der UN-Konvention zur Inklusion an allen Schularten den Abbau der Bildungsungerechtigkeit und den Erhalt wohnortnaher Schulen: "Seehofer sprach vor fünf Jahren in seiner Regierungserklärung davon, dass ´jeder Gipfelstürmer ein gutes Basislager` vorfinden sollte - davon sind wir heute meilenweit entfernt. In keinem anderen Bundesland ist Bildungspartizipation so abhängig vom Einkommen der Eltern wie in Bayern." Das sei beschämend. Alarmierend sei auch die Tatsache, dass in strukturschwachen Regionen Schulstandorte wegbrechen würden - betroffen davon seien längst auch Grundschulen.

Wenzel: "Stillstand würde bedeuten, dass wir uns mit den pädagogischen und schulpolitischen Problemen abfinden. Das kann und darf sich die Staatsregierung nicht leisten."


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