Baden-Württemberg

Brechen Übergangszahlen auf Hauptschulen dramatisch ein?

Der Verband Bildung und Erziehung (VBE) Baden-Württemberg befürch­tet zum kommenden Schuljahr ein dramatisches Abrutschen der Über­gangszahlen bei Viertklässlern auf Hauptschulen respektive Werkrealschu­len. Die neue Werkrealschule hat sich anscheinend bisher nicht als der "leuchtende Stern" gezeigt, wie es das Kultusministerium gerne gesehen hätte. Vor allem die für die Werkrealschule erhofften Realschüler bleiben wohl alle aus.

18.06.2010 Pressemeldung Verband Bildung und Erziehung, Landesverband Baden-Württemberg

Nach landesweiten Rückmeldungen an den VBE werden die Übergangszahlen auf die künftigen fünften Klassen der Hauptschulen und der neuen Werkreal­schulen erdrutschartig wegbrechen. Nach Kenntnis des gewerkschaftlichen Be­rufsverbandes der Lehrerinnen und Lehrer haben dieses Jahr eindeutig mehr Schüler als sonst am Beratungsverfahren teilgenommen, um die verbindliche Grundschulempfehlung (GSE) "Hauptschule/Werkrealschule" möglichst durch die Gemeinsame Bildungsempfehlung (GBE) "echte" Realschule ersetzen lassen zu können.

Dass das Hauptschulsterben aufgrund der gegen viel Widerstand durchgedrück­ten Schulgesetzänderung beschleunigt wird, ist für den VBE die logische Kon­sequenz. Die mindestens zweizügige Werkrealschule wird von der Landesregie­rung als "Standard" für Hauptschüler favorisiert und den noch verbleibenden einzügigen Hauptschulen ohne zehnte Klasse bei gleichem Bildungsplan schon allein durch die Namensunterscheidung einen deutlichen Wettbewerbsnachteil verpasst.

In einem Artikel in der neuesten Zeitschrift des Landeselternbeirates (LEB) "Schule im Blickpunkt" heißt es, dass der Eindruck erweckt werde eines "völlig debilen" Systems mit stabilen (zweizügigen) sowie instabilen (einzügigen) Werkrealschulen und eher "labilen" Hauptschulen, die ständig von der Schlie­ßung bedroht seien.

Der VBE hält es für falsch, in der Bildungspolitik lediglich auf das Prinzip Hoff­nung zu setzen und den Entwicklungen in der Gesellschaft beständig nachzuhin­ken.


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