Busemann: "Wir brauchen ein realistisches Bild unserer Schulen"
Bert Märkl ist der erste Präsident der Niedersächsischen Schulinspektion. Der Niedersächsische Kultusminister Bernd Busemann überreichte dem Oberstudiendirektor und langjährigen Schulleiter des Greselius-Gymnasiums in Bramsche bei Osnabrück heute (12.02.2007) im Rittersaal des Schlosses Bad Iburg die Ernennungsurkunde. Märkl hatte zuvor auch zu dem Expertenteam gehört, das die Qualifizierungsmaßnahmen für künftige Schulinspektoren konzipierte und ist deshalb mit der Schulinspektion besonders vertraut.
12.02.2007 Niedersachsen Pressemeldung Niedersächsisches Kultusministerium"Niedersachsen hat bisher beim Aufbau der Schulinspektion eine Art Vorreiterrolle in Deutschland übernommen. Andere Bundesländer sind dabei aufzuholen. Sie haben zum Teil von unseren Vorarbeiten profitieren können. Nun gilt es, den erreichten Standard und den guten Ruf der Niedersächsischen Schulinspektion zu halten und auszubauen", gab ihm Busemann mit auf den Weg.
Der Kultusminister dankte den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Niedersächsischen Schulinspektion für ihren bisherigen Einsatz. "Vor gut einem Jahr haben wir mit den flächendeckenden Schulinspektionen begonnen, nachdem eine erste Gruppe von 25 Schulinspektorinnen und -inspektoren ausgebildet worden war. Inzwischen sind 500 Schulen inspiziert worden. Bis zu den Sommerferien werden es etwa 800 und damit rund ein Viertel aller öffentlichen Schulen des Landes sein. Die Zahl der eingesetzten Inspektoren hat sich inzwischen auf rund 55 erhöht", sagte Busemann. Bereits rund 60 Prozent aller Gymnasien und Gesamtschulen und rund 50 Prozent aller Berufsbildenden Schulen seien inspiziert worden. "Im Verlauf des Jahres 2008 werden wir die erste Inspektionsrunde in diesen Schulformen abschließen können. Es sind deshalb vor allem die vielen sehr kleinen Schulen, die in den kommenden Monaten und Jahren zur Inspektion anstehen", machte Busemann deutlich. Auf eigenen Wunsch würden auch Schulen in freier Trägerschaft einbezogen. Gravierende Mängel seien bislang bei rund 5% der inspizierten Schulen festgestellt worden. Sie erhielten Nachinspektionen, um zu überprüfen, ob es der Schule zwischenzeitlich gelungen ist, die Mängel zu beseitigen oder abzubauen. Dazu erhielten sie begleitende Unterstützung auch durch die Schulaufsicht. Rund 9 % Schulen erreichten dagegen bereits jetzt den Standard in allen 15 Qualitätskriterien der Schulinspektion. Insbesondere in Bereichen der Schulkultur und des pädagogisches Klimas im Unterricht seien gute Ergebnisse erzielt worden. Insgesamt verbesserungsfähig sei die Unterrichtsqualität im Hinblick auf die individuelle Lernentwicklung der Schülerinnen und Schüler. "Vielfach werden die besonderen Lernbegabungen oder die besonderen Fördernotwendigkeiten noch nicht angemessen berücksichtigt", sagte Busemann.
"Wir werden den Schulen in den kommenden Monaten und Jahren ein umfangreiches Unterstützungsangebot zur Verbesserung der Unterrichtsqualität unterbreiten. Dazu gehört auch ein Methodentraining. Die Fachlichkeit bleibt dabei aber im Mittelpunkt, denn profunde Fachkenntnisse sind eine wichtige Voraussetzung für einen didaktisch und methodisch anspruchsvollen und herausfordernden Unterricht", hob Busemann hervor.
Ferner seien auf der Grundlage der jetzt vorliegenden Zwischenergebnisse auch die Verfahren und Instrumente der Schulinspektion fortzuentwickeln. Neben der Prozessqualität solle die Fachqualität des Unterrichts künftig weit stärker berücksichtigt werden. Dabei müsse sich das fachliche Anforderungsniveau deutlicher auf die jeweilige Schulform beziehen. "Auch das Qualitätsmanagement der Schulen muss stärker in den Blick genommen werden", forderte Busemann. Es gelte in allen Bereichen genau hinzuschauen. "Es ist zwar wichtig, wenn die Inspektoren Vertrauen schaffen. Aber wir brauchen vor allem ein realistisches Bild unserer Schulen", so der Kultusminister abschließend.
Keine Kommentare vorhanden