Baden-Württemberg

CDU und FDP wollen doch Lehrerstellen einsparen

Die GEW wirft der Landesregierung vor, die Wähler/innen bewusst täuschen zu wollen. Während CDU und FDP bisher behaupten, es seien keine Einsparungen bei Lehrerstellen geplant, wurden jetzt die Schulämter vom Kultusministerium informiert, dass das geplante Lebensarbeitszeitkonto bereits Auswirkungen auf die Lehrereinstellung im Juni 2011 haben wird.

17.02.2011 Pressemeldung GEW Baden-Württemberg

"Während offenbar im Kultusministerium alle wissen, dass durch die geplante freiwillige Mehrarbeit von Lehrerinnen und Lehrern Stellen eingespart werden sollen, behaupten Ministerpräsident Stefan Mappus, Kultusministerin Marion Schick und CDU-Fraktionsvorsitzender Peter Hauk wiederholt das Gegenteil. Wir erwarten im Interesse der Eltern, der Kinder und Jugendlichen, aber auch mit Blick auf den von Arbeitgebern immer wieder beklagten Fachkräftemangel, dass durch die mögliche freiwillige Mehrarbeit von Lehrerinnen und Lehrern die Lernbedingungen an den Schulen verbessert werden. Warum sollte eine Lehrerin mehr unterrichten, wenn sie dadurch verhindert, dass ihre Kollegin im Referendariat anschließend keine Stelle bekommt?", sagte am Donnerstag (17.02.) in Stuttgart Doro Moritz, Landesvorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) Baden-Württemberg.

Im Schreiben des Kultusministeriums an die Regierungspräsidien und die Schulämter heißt es: "Die Auswirkungen einer Teilname am freiwilligen Lebensarbeitszeitkonto werden beim Listenauswahlverfahren Anfang Juni berücksichtigt". Das heißt übersetzt im Klartext: Die geleistete Mehrarbeit führt zur Sperrung von Stellen und Referendar/innen werden in die Arbeitslosigkeit oder in andere Bundesländer geschickt. Das geplante Sparvolumen würde bedeuten, dass im September 800 Lehrer/innen weniger eingestellt werden.

"Ob Stellen gesperrt oder gestrichen werden, die Wirkung ist die gleiche: Es fehlen Lehrkräfte, die an unseren Schulen dringend gebraucht werden. Ich erwarte, dass die Landesregierung die Katze aus dem Sack lässt und sagt, wie in 2011 ab September die rund 11 Millionen Euro im Schulbereich eingespart werden sollen. Die Wählerinnen und Wähler am 27. März haben ein Recht zu erfahren, ob im Kinderland Baden-Württemberg direkt nach der Wahl an der Bildung gespart werden soll", sagte Moritz.

Ansprechpartner

GEW Baden-Württemberg

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