Stellungnahme

Corona-Gipfel versagt im Schulbereich komplett

„Mittlerweile sind in Deutschland nicht nur die Bildungschancen vom Bundesland abhängig, sondern auch das Infektionsrisiko", so Udo Beckmann, Bundesvorsitzender des Verbandes Bildung und Erziehung.

23.03.2021 Bundesweit Pressemeldung Verband Bildung und Erziehung e.V. (VBE)
  • © Alexandra Koch / pixabay.com

"Während zum Beispiel in Sachsen und Bayern die Schultore ab einer Inzidenz von 100 zubleiben, werden sie in Thüringen erst ab einem Richtwert von 200 geschlossen – momentan aber bei einer Inzidenz von über 300 (in Schmalkalden-Meiningen) wieder geöffnet. Wem wollen sie das erklären? Wir hatten erwartet, dass der Beschluss des gestrigen Zusammentreffens eine konkrete Zahl definiert. Es hinterlässt mich fassungslos, wie die Entwicklung der Neuinfektionszahlen bei Kindern einfach ignoriert wird. Es ist hochgefährlich, dass die Politik im exponentiellen Anstieg den Bildungsbereich zwar priorisiert, ohne gleichzeitig den ‚Dreiklangs des Infektionsschutzes‘ sicherzustellen: Testen mindestens zwei Mal pro Woche, Impfen des Personals, Einhaltung der Hygieneregeln. Wenn es unmöglich ist, das umzusetzen, ist es schlicht nicht möglich, den Schulbetrieb zu gewährleisten! Nochmal: Wir wollen keine flächendeckenden Schulschließungen, aber es muss klare Werte dafür geben, ab welchem Infektionsgeschehen es vor Ort nicht mehr verantwortbar ist, Bildungseinrichtungen offen zu halten“, fordert Udo Beckmann, Bundesvorsitzender des Verbandes Bildung und Erziehung (VBE).

Er erläutert: „Das Unvermögen der Politik, ein Jahr nach Pandemiebeginn sichere Gelingensbedingungen für die Schulen zu schaffen, darf nicht zu Lasten der Kinder und Jugendlichen und des Personals gehen. Wir lassen uns den Vorwurf nicht gefallen, nicht das Wohl der Kinder im Auge zu haben, ja sie sogar zu stigmatisieren (KMK-Beschluss von letzter Woche). Dabei ist es genau andersherum: Gerade weil wir uns um die Kinder und die Beschäftigten in Bildungseinrichtungen sorgen, kämpfen wir für besseren Infektionsschutz.“

Beckmann führt weiter aus: „Es war ein Irrweg in den zurückliegenden Wochen, mit nur einem Test das tatsächliche Infektionsgeschehen erfassen zu wollen. Gerade bei der momentanen Dynamik und dem Wissen um die schnellere Verbreitung der Mutante B.1.1.7 muss dem Rat der Wissenschaft gefolgt werden. Wir begrüßen daher, dass die Tests an Schulen ‚baldmöglichst‘ zweimal wöchentlich stattfinden sollen. Dies ist die Mindestanforderung, wenn durch das Testen Wirkung erzielt werden soll. Fakt bleibt: Testen ist nur ein Baustein des ‚Dreiklangs des Infektionsschutzes‘: Testen mindestens zwei Mal pro Woche, Impfen des Personals, Einhaltung der Hygieneregeln. Fakt ist aber auch: Das Testen ist momentan nicht mal überall einmal in der Woche gegeben und das Impfen kommt nur schleppend voran.“ 


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