CSU-Fraktionsvorsitzender Kreuzer hat wohl nichts dazugelernt!

Uns Lehrkräften ist noch gut die Aussage des damaligen Finanzministers Erwin Huber nach der Landtagswahl 2003 in Erinnerung: "Wer den Sumpf austrocknen will, darf nicht die Frösche fragen." Daran fühlt man sich seit gestern nach den Ankündigungen von Fraktionsvorsitzendem Kreutzer erinnert. Wieder einmal ist davon zu hören, Lehrkräfte zusätzlich belasten zu wollen, weil man den Lehrkräften die Flexibilität ihrer Arbeitszeit und die wohl verdienten und erforderlichen Ferien nicht gönnt.

29.01.2014 Pressemeldung Bayerischer Philologenverband (bpv)

So fordert man mehr Präsenz von Lehrkräften an den Schulen. Sicherlich meint man damit nicht nur die rein körperliche Anwesenheit von Lehrkräften an der Schule am Nachmittag oder in den Ferien. Wer mehr als diese Anwesenheit fordert, und das steckt hinter den Ankündigungen von gestern, der fordert nichts anders als die Erhöhung der Arbeitsbelastung von Lehrkräften. Eine Mehrbelastung lehnen wir Lehrkräfte entscheiden ab. Wir fordern seit Jahren eine neue Arbeitszeitstudie für Lehrkräfte, die wie viele andere zuvor zeigen könnte, dass Lehrkräfte selbst bei Einrechnung der Ferienzeit deutlich mehr als 45 Wochenstunden arbeiten. Aber das will man nicht, weil man Vorurteile pflegen und an den Lehrkräften sparen möchte.

Andererseits lässt sich sehr wohl über die qualifizierte Betreuung und Förderung von Schülern im Ganztagsbetrieb reden. Das haben wir nie abgelehnt, sofern diese Arbeitszeit angemessen auf die Unterrichtspflichtzeit angerechnet wird. Im Übrigen sollte der Fraktionsvorsitzende erkennen, dass viele Unternehmen zur besseren Vereinbarkeit von Familie und Beruf immer mehr Home-Office-Plätze schaffen. Insofern handelt die Fraktionsspitze mit ihrer Forderung gegen die Familienfreundlichkeit des Lehrerberufs und extrem rückwärtsgewandt. Oder will man damit brachial die Lehrerarbeitslosigkeit bekämpfen?

Noch vor der geplanten Anhörung am kommenden Dienstag tritt nun der CSU-Fraktions­vorsitzende Kreuzer mit völlig inakzeptablen Ankündigungen an die Öffentlichkeit. Wir Lehrkräfte sehen darin einen Affront und erinnern an die Situation vor gut zehn Jahren. Die Quittung des Wählers bekam die erfolgsverwöhnte Partei fünf Jahre später, als sie die absolute Mehrheit verlor und auf einen Koalitionspartner angewiesen war. Die rigide Politik von damals war der Anfang vom Niedergang. Hat der CSU-Fraktionsvorsitzende nichts dazugelernt?


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