Deutscher Lehrerverband

"Das ist Alarmismus auf der Basis unzureichender Datensätze"

Der Deutsche Lehrerverband hat die jüngste Bildungsstudie der Bertelsmann Stiftung kritisiert.

11.12.2014 Pressemeldung Deutscher Lehrerverband (DL)

Wörtlich sagte Verbandspräsident Josef Kraus dazu: "Was die Bertelsmann Stiftung hier publiziert, ist teilweise nicht seriös. Zum Beispiel wärmt diese Studie zu erheblichen Teilen Daten auf, die längst diskutiert wurden. Außerdem erfasst die Bertelsmann-Studie bei der Analyse der sozialen Hintergründe von Schülern nicht, dass sich das deutsche Bildungswesen durch eine ausgesprochene vertikale Durchlässigkeit auszeichnet. Auf jeden Abschluss gibt es einen Anschluss. Die Studie dagegen legt Schulleistungsstudien zugrunde, in denen sich die ausgeprägte vertikale Durchlässigkeit des deutschen Schulsystems z.B. über die zweiten Bildungswege nicht abbildet.

Die tatsächlichen Bildungsbiographien erheblicher Schüleranteile kommen somit nicht zum Tragen. Rund die Hälfte aller Studierberechtigten hat kein Gymnasium besucht, sondern den Weg zur Studierberechtigung auf anderen Wegen erworben. Unter diesen jungen Leuten sind Kinder aus nicht akademischen Haushalten sogar stark vertreten.

Man kann der Bertelsmann Stiftung den Vorwurf nicht ersparen, dass sie die Karte der Bildungsgerechtigkeit spielt, im Endeffekt mit ihrem Alarmismus aber Bildungswege außerhalb des Gymnasiums und den ganzen Bereich anspruchsvoller beruflicher Bildung implizit als minderwertig diskreditiert."


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