Schleswig-Holstein

"Der konfessionelle Religionsunterricht ist im Grundgesetz verankert – das soll auch so bleiben!"

"Wenn sich die Grünen für das Aufheben des Tanzverbotes am Karfreitag einsetzen, dann wundert es mich nicht, dass sie den Religionsunterricht an Schulen in Schleswig-Holstein abschaffen wollen", erklärt Helmut Siegmon, Vorsitzender des Philologenverbandes Schleswig-Holstein (PhV). "Dennoch müssen auch die Grünen zur Kenntnis nehmen, dass sich in diesem wichtigen Unterrichtsfach die Grundlagen unseres christlichen Abendlandes widerspiegeln. Diese spielen für die Wertevermittlung – die einen besonderen Erziehungsauftrag an allen Schulen in Schleswig-Holstein darstellt – für alle Schülerinnen und Schüler eine wichtige Rolle", so Siegmon weiter.

23.04.2012 Pressemeldung Interessenvertretung der Lehrkräfte in Schleswig-Holstein

"Ein nicht-konfessioneller Religionsunterricht, der mehr einem Ethik-Unterricht gleichen soll, wird der Vermittlung religiösen Wissens nicht gerecht. Das Grundgesetz schreibt den Schülerinnen und Schülern ein Recht auf konfessionellen Religionsunterricht vor. Das hat sich bewährt und soll auch so bleiben! Der Vorwurf linker Bildungsideologen, andere Religionen fänden im bisherigen Religionsunterricht an Schulen keine Berücksichtigung, ist frei erfunden. Der Lehrplan des Faches Religion schreibt ausdrücklich vor, auch andere Religionen und Glaubensgemeinschaften kennen zu lernen", erläutert Siegmon.

"Pacta sunt servanda", pflichtet die Landesvorsitzende der Interessenvertretung der Lehrkräfte in Schleswig-Holstein (IVL) Grete Rhenius ihrem Kollegen bei, "nachdem wieder an den Strukturen gedreht werden soll, ist es offenbar beabsichtigt, in der Folge die Unterrichtsinhalte mit dem parteipolitischen Menschenbild zu synchronisieren."

Die IVL spricht sich ausdrücklich für eine inhaltliche Fortentwicklung von Unterrichtsfächern aus, diese darf sich aber nicht an der politischen Großwetterlage ausrichten.

Nach Ansicht der IVL besteht keinerlei Veranlassung, an den bisherigen Regelungen zu rütteln. Die Feststellung, immer weniger Kinder nähmen am Religionsunterricht teil, ist aus Verbandssicht schlichtweg falsch. In der Schulpraxis gibt es kaum Probleme, im Gegenteil: "Viele ungetaufte Kinder nehmen gern am konfessionellen Religionsunterricht teil – hier wird ein unbedingt zu behebendes Problem vorgegaukelt, das tatsächlich gar keines ist", so Rhenius abschließend.


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