Deutsche Bildungsstandards vorgestellt

Bei einer Konferenz von Ministern und führenden Schul- und Hochschulvertretern aus Kroatien, dem Kosovo, Mazedonien, Serbien-Montenegro und Bosnien-Herzegowina in Sofia hat Kultusstaatssekretär Karl Freller in der letzten Woche den Staaten in Südosteuropa empfohlen, ihre Anstrengungen zur Etablierung gemeinsamer Bildungsstandards weiter auszubauen. "Bildung schafft Zukunft - für den Einzelnen ebenso wie für Staaten und Nationen."

10.11.2004 Bayern Pressemeldung Bayerisches Staatsministerium für Unterricht und Kultus

Prosperität und Stabilität hängen in entscheidendem Maße auch von der Qualität der Bildungs- und Ausbildungsangebote eines Landes ab. Aus der nachbarschaftlichen Zusammenarbeit über die Grenzen hinweg und aus der gemeinsamen Verpflichtung auf internationale Standards ergeben sich wesentliche Anstöße und klare Maßstäbe für die eigene Bildungspolitik", sagte Freller anlässlich seines Besuchs in Sofia. Der Staatssekretär betonte ebenso das völkerverbindende Moment einer staatenübergreifenden Zusammenarbeit. "Der Austausch in Fragen der Bildung und Erziehung von Kindern und Jugendlichen ermöglicht einen neuen Dialog zwischen Staaten, die sich bisher zum Teil ablehnend oder feindlich gegenüberstanden. Darin liegt eine große Chance - besonders auch für die nachfolgenden Generationen", sagte Freller.

Die Konferenz in Sofia fand im Rahmen des laufenden europäischen Projekts Tempus zur Verbesserung der Lehrqualität statt, das von dem Nürnberger Erziehungswissenschaftler Dieter Poschardt, einem sehr erfahrenen Projektmanager und Balkankenner, geleitet wird. Es ist derzeit das einzige europäische Projekt, in dem es gelang, alle ehemaligen Konfliktparteien an einen Tisch zu bringen.

Staatssekretär Freller stellte in einer Grundsatzrede die Anstrengungen zur Ausarbeitung gemeinsamer Bildungsstandards in Deutschland vor, die nach PISA innerhalb der deutschen Kultusministerkonferenz intensiviert wurden. Gleichzeitig ermunterte Freller die südosteuropäischen Staaten dazu, eine Vereinbarung für ein Nachfolgeprojekt zu Tempus zu unterzeichen, das die Erarbeitung gemeinsamer Standards für Mathematik und die Naturwissenschaften zum Ziel hat.

Dr. Poschardt, der das neue Projekt koordiniert, zeigte sich zuversichtlich, dass die Vereinbarung zustande kommt und dass das Projekt auch von der Europäischen Union genehmigt und finanziert wird. "Die gemeinsame Erarbeitung von Bildungsstandards in Mathematik und den Naturwissenschaften wäre für die Balkanländer ein weiterer wichtiger Schritt der europäischen Integration und zugleich ein Nachweis der Fähigkeit zu einem friedlichen Miteinander", sagte der Erziehungswissenschaftler.


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