Hauptversammlung

Die Schritte für den zukünftigen Weg des Gymnasiums klar benennen!

Der Bayerische Philologenverband fordert auf seiner Hauptversammlung in Bamberg unter dem Motto „EIN Gymnasium für Bayern mit Zukunft“ einen klaren Plan für die Weiterentwicklung des Gymnasiums.

24.11.2016 Bayern Pressemeldung Bayerischer Philologenverband (bpv)
  • © bildungsklick TV

Der Bayerische Philologenverband (bpv) hat 2014 mit seinem Eckpunktepapier einen tragfähigen und zukunftsorientierten Vorschlag für die Entwicklung des Gymnasiums vorgelegt und ist weiter davon überzeugt, dass dieser Vorschlag für Bayern die richtige Lösung darstellt: „Alle anderen Modelle, die seitdem in die Diskussion eingebracht wurden, greifen Aspekte unseres Vorschlags auf“,  erklärt der bpv- Vorsitzende Max Schmidt auf der diesjährigen Hauptversammlung seines Verbands, zu der rund 200 Delegierte aus ganz Bayern heute für drei Tage nach Bamberg kommen. Unter dem Motto „EIN Gymnasium für Bayern mit Zukunft“ wird der bpv die vorgelegten anderen Modelle analysieren.

Eine klare Perspektive für ein Gymnasium mit Qualität!

Angesichts der kontroversen Breite der Diskussion fordert der bpv einen klaren Plan, der in nachvollziehbaren Schritten die Weiterentwicklung des Gymnasiums darstellt. Schmidt stellt fest: „Ganz im Vordergrund steht für uns dabei die Frage der Qualität! Nur so sichern wir ein Gymnasium für Bayern mit Zukunft! Deshalb muss die Entwicklung einen einheitlichen Bildungsgang vorsehen, in dem Inhalte nicht beliebig individualisiert werden können. Außerdem muss der Plan langfristig Freiräume über den gesamten Bildungsgang hinweg bieten, um durchgehend zu mehr Zeit für Vertiefung und Übung sowie für individuelle schulische und außerschulische Aktivitäten zu haben. Den Pilotschulen der Mittelstufe PLUS muss er die Möglichkeit einräumen, den begonnenen Weg der längeren Lernzeit nicht nur fortzusetzen, sondern auch bei der Weiterentwicklung der Oberstufe Vorreiter zu sein. Bayern braucht ein klares Bekenntnis zu einer anspruchsvollen Gymnasialbildung und muss deshalb auch konkrete Angaben zum Aufbau einer institutionalisierten Begabtenförderung – auch mit dem Ziel der Lernzeitverkürzung – machen.“

Qualität der Lehrerbildung sichern, Polyvalenz der Abschlüsse schaffen

Auch wenn die Lehrerbildung in Bayern erfreulicherweise als gut bezeichnet werden kann, so gibt es doch Verbesserungsmöglichkeiten. Hier greift der Vorsitzende die Problematik der Polyvalenz der Abschlüsse heraus: „Wir brauchen Polyvalenz, also die bayernweite Möglichkeit zum Erwerb des Masters of Arts bzw. Masters of Science ohne großen Mehraufwand für die Studierenden des Lehramts am Gymnasium. Ein Weg dafür könnte der Ausbau der schriftlichen Hausarbeit zur fachlichen Masterarbeit sein. Auch die Option, eine Masterarbeit in Zusammenarbeit von Universität und Studienseminar während des Referendariats zu schreiben, wie sie die Lehramtsprüfungsordnung II vorsieht, begrüßen wir. Zu überlegen ist schließlich auch, die Prüfungsleistungen des 1. Staatsexamens mit den zum zusätzlichen Erwerb des Masterabschlusses fehlenden 30 ECTS-Punkten zu bewerten.“

Medienkompetenz als ein zentrales Bildungsziel

Daneben werden sich die Delegierten auch mit der sich aus der Digitalisierung ergebenden Konsequenzen für eine zeitgemäße Medienerziehung auseinandersetzen. Schmidt erläutert: „Die geplante Technikausstattung von Schulen ist eine gute Sache, aber nur, wenn sie von pädagogischen und fachdidaktischen Angeboten zur aktiven und reflektierten Nutzung von Medien sowie flächendeckenden Angeboten zur Aus- und Weiterbildung von Lehrkräften begleitet wird. Solche kontinuierlichen, strukturell verankerten und fundierten Angebote für die Schülerinnen und Schüler sowie für die Lehrkräfte und Eltern müssen folgende Grundlagen umfassen: fachdidaktische Forschung zum Nutzen der digitalen Medien, medienpädagogische Forschung zur Mediennutzung von Schülerinnen und Schülern, medienpädagogische Angebote an Schulen, Aus- und Fortbildung von Lehrkräften, Erstellung von Materialien für den Einsatz in Schulen und nicht zuletzt Informationsmaterial und Veranstaltungen für Eltern!“

Hohe Arbeitsbelastung der Gymnasiallehrerschaft im Blick

Im Bereich Berufspolitik beschäftigt sich die Hauptversammlung mit Veränderungen der Beschäftigungsstruktur der Gymnasiallehrerschaft (Teilzeit / Vollzeit), deren Ursachen und sich daraus ergebenden Folgen. Der Vorsitzende sieht hier in dem Ziel die berechtigten Anliegen aller Lehrkräfte – egal ob in Voll- oder Teilzeit – mit den Erfordernissen der Schulorganisation in Einklang zu bringen eine „zunehmende Herausforderung“ und fügt hinzu: „Besorgniserregend ist für mich der zu beobachtende Trend, dass zunehmend Kolleginnen und Kollegen in Teilzeit gehen, um so die gestiegenen Belastungen und Anforderungen bewältigen zu können. Das kann und darf keine Lösung sein! Die Arbeitszeituntersuchung, die 2017 vom Deutschen Philologenverband bundesweit durchgeführt werden wird, ist deshalb überfällig!“

Ende der Ära Schmidt

Turnusgemäß wählen die Delegierten in Bamberg auch einen neuen Vorstand. Max Schmidt, der den Bayerischen Philologenverband 15 Jahre lang geführt hat, tritt aus Altersgründen nicht mehr an. Um seine Nachfolge im Amt der/des Ersten Vorsitzenden bewerben sich die stellvertretende Vorsitzende und Bezirksvorsitzende von Oberbayern Rita Bovenz, der Bezirksvorsitzende von Schwaben Stefan Düll und der stellvertretende Vorsitzende und Referent für Bildungs- und Schulpolitik Michael Schwägerl. Er und Bovenz sind Mitglieder im Hauptpersonalrat beim Kultusministerium, Düll ist Schulleiter am Justus-von-Liebig-Gymnasium Neusäß.


Mehr zum Thema


Schlagworte

Keine Kommentare vorhanden

Sie sind derzeit nicht angemeldet. Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich vorab bei uns registrieren. Alternativ können Sie sich über Ihren Facebook-Account anmelden.
Anmelden