Die Schule der Begabten

21 Gymnasien Sachsens haben sich in der integrativen Begabtenförderung qualifiziert.

25.08.2016 Sachsen Pressemeldung Karg-Stiftung
  • © Karg Stiftung

Das moderne Gymnasium wurde in Sachsen erfunden. Ab dem 16. Jahrhundert errichteten die Landesherren Schulen, in denen Kinder und Jugendliche auf den Besuch einer Hochschule und für den Dienst in Staat, Kirche und Gesellschaft vorbereitet wurden – nach akademischen Maßstäben. Kriterium der Auswahl sollte allein deren hohe Begabung sein. Heute nehmen Gymnasien vielerorts bis zu 50 % und mehr eines Jahrgangs auf. Wie kann diese Schulform so ein Ort gerade für besonders begabte und leistungsfähige Kinder und Jugendliche bleiben?

Das Projekt „GIFted – das Gymnasiale Netzwerk Individuelle Förderung von besonders begabten Schülerinnen und Schülern“ der Karg-Stiftung und des Freistaats Sachsen, welches am 31. August endet, zeigt dies. Zwischen 2009 und 2016 qualifizierten sich 21 Regelgymnasien in Sachsen nach einem maßgeschneiderten Konzept in der integrativen Begabtenförderung. Im engen Dialog und wissenschaftlich begleitet von der TU Dresden verbesserten sich die Schulen im Finden und Fördern besonderer Begabungen. Sie entwickelten Unterrichtseinheiten und -angebote, um bestmöglich Binnendifferenzierung, Akzeleration und Enrichment zu ermöglichen. Schülerinnen und Schüler mit hohen Lern- und Leistungsbedürfnissen erhalten nun an diesen Schulstandorten individuelle Förderung – auch ohne dass sie dazu den Regelunterricht verlassen oder gar eine Spezialschule besuchen müssen.

„Wir haben in den letzten Jahren viel unternommen, leistungsschwächere Schülerinnen und Schülern besser zu fördern, und das nicht ohne Erfolg, wie Bildungsstudien zeigen. Zugleich dürfen wir aber nicht die Leistungsstarken aus dem Blick verlieren. Das wäre gegenüber diesen Schülern ebenso ungerecht“, begründet Sachsens Kultusministerin Brunhild Kurth das Projekt GIFted. Sachsen hat 2015 maßgeblich auch den Abschluss einer gemeinsamen Förderstrategie aller Kultusministerien befördert, in der sich diese zu einer verbesserten Förderung besonders begabter und potenziell leistungsstarker Schülerinnen und Schüler verpflichten. „Sachsen gibt nun auch vor, wie man die KMK-Förderstrategie bestmöglich füllen kann und starke, integrative Angebote zur individuellen Förderung Begabter ermöglicht. Denn kein Potenzial darf gerade am Gymnasium verloren gehen – und diese Möglichkeit bietet auch das bestehende Gymnasialsystem“, so Dr. Ingmar Ahl, Vorstand der Karg-Stiftung. Die Karg-Stiftung hat die Erstellung des Konzepts für die 21 Gymnasien fachlich sowie finanziell begleitet, die Qualifizierung der Schulen ermöglicht und die Vernetzung, wissenschaftliche Begleitung sowie Unterrichtsentwicklung unterstützt.

Auf der Abschlussveranstaltung von GIFted am 30. und 31. August werden sich Bildungsexperten aus Forschung, Schule, Verwaltung und der Karg-Stiftung in Meißen der Ergebnisse des Projekts vergewissern – und die gute Zukunft des Gymnasiums in Sachsen als Schule der Begabten feiern.

Die Karg-Stiftung

Hochbegabte Kinder und Jugendliche sind Thema – die Gestaltung des deutschen Bildungssystems in der Hochbegabtenförderung ist Auftrag der Karg-Stiftung. Nah an den Bedürfnissen des hochbegabten und potenziell leistungsstarken Kindes und dem Bildungsalltag sucht sie professionell und partnerschaftlich bessere Wege für die Förderung Hochbegabter. Sie begleitet Kita, Schule und Beratung wirksam auf diesen. Dabei folgt sie ihrem Leitstern: einem begabungsgerechten Bildungssystem, das auch Hochbegabten auf der Grundlage ihrer besonderen Stärken die Entwicklung ihrer Persönlichkeit ermöglicht. Die Karg-Stiftung, errichtet 1989 von dem Unternehmer Hans-Georg Karg und seiner Frau Adelheid, ist die größte in der Hochbegabtenförderung tätige deutsche Stiftung.

Ansprechpartner

Karg-Stiftung
Sabine Wedemeyer
Ressortleiterin Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Lyoner Straße 15
60528 Frankfurt am Main
Telefon: +49 69 874 027-27
E-Mail: sabine.wedemeyer@karg-stiftung.de
Web: www.karg-stiftung.de


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