Die Zahl der offenen Ganztagsgrundschulen in NRW steigt nach den Sommerferien auf 703

Düsseldorf, 22. Juli 2004. Jede fünfte Grundschule in Nordrhein-Westfalen wird im neuen Schuljahr eine offene Ganztagsgrundschule sein. "Die Zahl der Schulen hat sich damit gegenüber dem gerade zu Ende gehenden ersten Jahr mehr als verdreifacht", erklärte Schul- und Jugendministerin Ute Schäfer heute in Düsseldorf. 181 Schulträger - 163 Kommunen und 18 private Ersatzschulträger - hatten den Betrieb von 703 offenen Ganztagsgrundschulen beantragt, darunter auch 33 Sonderschulen. Allen Anträgen wurde - zum Teil nach Überarbeitung des pädagogischen Konzeptes - entsprochen, so dass die Bezirksregierungen zum Teil schon vor einigen Wochen, zum Teil erst vor einigen Tagen, den Schulen endgültig Grünes Licht für den Betrieb geben konnten. Die Zahl der Plätze in den offenen Ganztagsgrundschulen erhöht sich von knapp 12.000 in diesem Schuljahr auf mehr als 35.000 Plätze im kommenden Jahr. "Wir kommen damit einen wichtigen Schritt weiter auf dem Weg, die Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu verbessern und zugleich Kinder besser zu fördern und ihnen zu helfen, ihre Potenziale zu entfalten", betonte Schäfer.

22.07.2004 Nordrhein-Westfalen Pressemeldung Ministerium für Schule und Bildung des Landes Nordrhein-Westfalen

Die offenen Ganztagsgrundschulen konzentrieren sich vor allem auf die städtischen Ballungsräume an Rhein und Ruhr; aber auch in ländlichen Gebieten steigt die Zahl der Angebote. Mehrere Gemeinden sind sogar schon flächendeckend eingestiegen. Die meisten offenen Ganztagsgrundschulen wird es im Regierungsbezirk Düsseldorf geben (211 Schulen), gefolgt von den Regierungsbezirken Arnsberg (205 Schulen), Köln (120 Schulen), Münster (93 Schulen) und Detmold (74 Schulen). Für das Ganztagsangebot an den 703 Grundschulen stellt das Ministerium für Schule, Jugend und Kinder allein im kommenden Schuljahr 29 Millionen Euro zur Verfügung. Für jedes Kind, das am Ganztagsangebot teilnimmt, gibt es zusätzlich 60 Prozent Personalmittel - gemessen an den Personalkosten für Lehrer im normalen Grundschulbetrieb. Das entspricht 1230 Euro pro Kind und Jahr für das über den Unterricht hinaus gehende Ganztagsangebot - also für Hausaufgabenbetreuung sowie die unterschiedlichen Angebote aus den Bereichen Sport, Musik, Kunst etc., die zum pädagogischen Konzept der Schule gehören. Zwei Drittel dieser zusätzlichen Kosten (820 Euro pro Kind und Jahr) übernimmt das Land, ein Drittel übernehmen die Schulträger. Sie können ihren Anteil aber auch - sozial gestaffelt - durch Elternbeiträge decken. Damit ist das Angebot bei einem durchschnittlichen Beitrag von 40 bis 45 Euro für die Kommunen kostenneutral. 200.000 Plätze bis zum Jahr 2007

Bis zum Jahr 2007 will die nordrhein-westfälische Landesregierung einem Viertel aller Grundschüler - das sind knapp 200.000 Kinder - einen Platz in der offenen Ganztagsgrundschule anbieten können. Deshalb sollen vom Jahr 2007 an alle Zuschüsse, die das Land bis dahin für den Betrieb kommunaler Horte leistet (rund ein Drittel der Kosten eines Hortplatzes), in den Ausbau der offenen Ganztagsgrundschulen umgelenkt werden. Ministerin Schäfer wies den mitunter konstruierten Gegensatz zwischen Horten und offenen Ganztagsgrundschulen entschieden zurück: "Wir werden im kommenden Jahr rund 35.000 Plätze in der offenen Ganztagsgrundschule haben und immer noch rund 29.000 Hortplätze mitfinanzieren. Dem neuen Angebot steht also gerade einmal ein Rückgang um rund 1000 Hortplätze gegenüber."

Die Ministerin appellierte an die Kommunen, auch nach dem Jahr 2007 ihren Beitrag für ein hochwertiges Betreuungsangebot zu leisten - sei es, dadurch dass sie weiterhin Horte, wenn auch in verringerter Anzahl, unterhielten, sei es, dass sie ihre bisher in die Horte geflossenen Mittel zur Unterstützung der Arbeit in die offenen Ganztagsgrundschulen investierten. "Es darf nicht sein, dass sich Kommunen von ihrer Pflichtaufgabe, Betreuungsplätze für Kinder anzubieten, entlasten, weil das Land mit der offenen Ganztagsgrundschule in die Bresche springt. Viele Kommunen haben begriffen, dass es hier um wirklich wichtige Investitionen in die Zukunft geht, nämlich um eine möglichst optimale Förderung der jungen Generation und engagieren sich entsprechend."

Während das Land die Finanzierung der Personalkosten für den Ganztagsbetrieb sicherstellt, leistet die Bundesregierung den Kommunen beim Aus- und Umbau der Schulen für den Ganztagsbetrieb Unterstützung. Aus dem vier Milliarden Euro umfassenden Programm "Investition Zukunft in Bildung und Betreuung" entfallen bis zum Jahr 2007 knapp 914 Millionen Euro auf NRW. Dieses Geld leitet die Landesregierung an die Kommunen zum Umbau und zur Ausstattung offener Ganztagsgrundschulen weiter. Bisher wurden aus den Kommunen insgesamt rund 166 Millionen Euro beantragt, um damit über 780 Schulen für den Ganztagsbetrieb auszurüsten.

Attraktives Angebot für Eltern und für Kinder Ute Schäfer zog nach dem ersten Jahr offene Ganztagsrundschule eine positive Zwischenbilanz. "Wir haben nicht nur ein attraktives Angebot für Eltern geschaffen, sondern auch für Kinder. Bei meinen vielen Besuchen in offenen Ganztagsgrundschulen habe ich feststellen können, dass die Kinder die Ganztagsangebote mit Begeisterung wahrnehmen. Das spricht für die Qualität der ganz unterschiedlichen Angebote, die ja auch davon abhängen, welche Partner eine Schule hat. Das spricht aber auch dafür, dass Kinder sich in der Schule wohl fühlen, dass sie ihnen Raum bietet für Freundschaften und gemeinsames Spiel - Raum, der in vielen Städten gerade für jüngere Kinder oftmals fehlt." Die Ministerin betonte, sie wisse, dass der Aufbau des neuen Angebots von den beteiligten Lehrerinnen und Lehren - allen voran von den Schulleitungen - viel Einsatz erfordert habe und weiterhin erfordere. "Aber ich höre auch immer wieder, dass sich die Arbeit lohnt, weil sich der Alltag an der Schule verändert, weil sich das Zusammenwirken von Menschen mit unterschiedlicher pädagogischer Ausbildung und Blickrichtung als fruchtbar und hilfreich erweist. Allen engagierten Beteiligten gilt deshalb mein ausdrücklicher Dank - sie leisten Pionierarbeit im Interesse unserer Kinder."

Weitere Informationen zur offenen Ganztagsgrundschule - darunter eine Liste der teilnehmenden Schulen - finden Sie auf der Homepage des Ministerium s für Schule, Jugend und Kinder in NRW unter www.bildungsportal.nrw.de


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