Die Zeit der Pauschalurteile ist vorbei
Die „Fibel“ führt zu besserer Rechtschreibung lautet eine Pressemitteilung der Universität Bonn, die seit einigen Tagen durch die Medien geistert. Der Grundschulverband stellt fest: Eine solche Allgemeinaussage ist nach dem aktuellen Forschungsstand nicht möglich und höchst irreführend.
21.09.2018 Bundesweit Pressemeldung Grundschulverband e.V.Erstens: Es gibt nicht „die“ Fibel, sondern ein breites Spektrum didaktisch-methodisch höchst unterschiedlicher Lehrgänge. Deren Lerneffekte lassen sich nicht auf einen einfachen Nenner bringen.
Zweitens: Didaktische Konzepte werden von Lehrer/inne/n unterschiedlich genutzt, ergänzt und umgesetzt. Das gilt für Fibel-Lehrgänge genauso wie für die alternativ untersuchten Ansätze. Ohne genauere Kenntnis der konkreten Auslegung im Unterricht lassen sich Effekte also nicht dem jeweils eingesetzten Konzept oder Material zurechnen.
Drittens: Wie sich die Rechtschreibleistungen über die Grundschulzeit hinweg entwickeln, hängt nicht nur vom Anfangsunterricht, sondern auch von den Konzepten, Materialien und Aktivitäten des Rechtschreibunterrichts in den Folgejahren ab.
Zu diesen drei zentralen Punkten und weiteren Bedingungen haben die Autoren der <link schule meldung schuster-bleib-bei-deinen-leisten-1 _blank>Studie bisher – trotz Nachfrage - keine Informationen zugänglich gemacht. Für den Grundschulverband kritisiert Ulrich Hecker (stellv. Vorsitzender und Grundschulrektor) dieses Vorgehen als wissenschaftlich unseriös: „Man kann nicht als Universität mit dem Siegel ‚groß angelegte Studie‘ breitenwirksam Urteile in die Welt setzen, ohne zugleich die Daten und das forschungsmethodische Vorgehen für eine kritische Nachprüfung verfügbar zu machen.“ Der Grundschulverband dringt deshalb auf eine umgehende Veröffentlichung der Studie.
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