Digitaler Unterricht: 7 Tipps für den neuen Familienalltag

Der erste Lockdown im Frühjahr 2020 katapultierte viele Schulen auf einen neuen Unterrichtsstandard. Während bis vor rund einem Jahr das Wissen meistens von Angesicht zu Angesicht vermittelt wurde, passiert dies jetzt vermehrt online.

29.04.2021 Bundesweit Pressemeldung Digital Print Group GmbH
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Die plötzliche Notwendigkeit digitalen Unterrichts stellte aber nicht nur viele Lehrer vor eine ungeahnte Herausforderung. Auch die betroffenen Familien selbst haben bis heute mit Schwierigkeiten zu kämpfen. Doch es gibt hilfreiche Tipps, die digitalen Unterricht im Familienalltag erleichtern. 

Tages- und Wochenplanung festlegen

Je begrenzter die Arbeitsbereiche und Arbeitsmittel in den Haushalten sind, desto wichtiger ist eine genaue Planung. Familie Schiller-Rübenheim aus Bonn hat drei Kinder. Lukas ist 7 Jahre alt, Marlene 9 und Tom 13. Auch die Eltern arbeiten aktuell zum Großteil im Homeoffice. Es stehen ein Computer, ein Laptop sowie ein Tablett zur Verfügung. Wollen alle gleichzeitig arbeiten, dann funktioniert das nicht. 

Deshalb blocken sich die einzelnen Familienmitglieder ihre Zeiten. Dafür haben sie eigens einen Familienorganizer bei fotokalender.com erstellt. Familie Schiller-Rübenheim hat sich explizit für einen analogen Kalender entschieden, damit der Zugriff jederzeit ohne Elektronik erfolgen kann. Ihnen war dennoch wichtig, dass die Kinder den Kalender gerne nutzen. Deshalb durften die Kids das Design mitgestalten. 

Aber natürlich geht es auch anders. Das beweist Familie Huber aus München. Sie setzen auch bei Familienabsprachen auf Technologie. Die einzelnen Zeiten für online Unterricht, Homeoffice und Freizeitaktivitäten blockieren sie sich in der App von FAMANICE.com. Hier können auch direkt To-do- und Einkaufslisten sowie der Schulplaner genutzt werden. Familie Huber kommuniziert sogar mithilfe der App. Selbst kleinere Kinder können in diesem abgesicherten Tool nicht aus Versehen Chats veröffentlichen. 

Egal, ob die Familie analog oder digital plant, eine vernünftige Organisation ist aktuell notwendiger denn je. Idealerweise setzen sich Eltern und Kinder einmal wöchentlich zusammen und arrangieren die kommende Woche. Bei der Planung werden am besten Pufferzeiten einkalkuliert. Gerade wenn Geräte wie Laptops für die einzelnen Termine benötigt werden, sollten diese ebenfalls eingetragen werden. So kommt es zu keinen Überschneidungen. Das Konfliktpotenzial wird möglichst niedrig gehalten.  

Mit Blocker-Apps gegen Aufschieberitis

Eine Problematik des Online-Unterrichtes ist der freie Internetzugang. Die Versuchung ist groß, anstatt der Matheaufgaben lieber einen Blick in Facebook zu riskieren. Den unnachgiebigen Sog, den soziale Medien und Computerspiele auslösen, kennen selbst Erwachsene. Kinder sind ihm oft hilflos ausgeliefert. 

Auch bei diesem Problem können die Eltern Abhilfe schaffen. Es gibt Anwendungen wie zum Beispiel familytime.io. Bei diesen legen Erziehungsberechtigte nicht nur die Bildschirmdauer fest, sondern auch, welche Inhalte die Kinder ansehen können. Einen schönen Anreiz liefert die Zeitbank. Hier kann der Nachwuchs Minuten und Stunden ansammeln, die er während des Tages nicht verbraucht hat. Die eingesparte Zeit darf dann für ein längeres Video oder eine zusätzliche Computer-Spiel-Stunde verwendet werden. 

Raus aus dem Schlafanzug

Wer sich den ganzen Tag zu Hause aufhält, der mag seinen Pyjama möglicherweise überhaupt nicht mehr ausziehen. Das ist allerdings nicht ganz unproblematisch. Australische Forscher fanden in einer Studie heraus, dass Menschen in schlechterer psychischer Verfassung sind, wenn sie im Schlafanzug arbeiten. 

Es wurde bei der Untersuchung allerdings nicht verifiziert, ob die Lotterkleidung eine Ursache für die schlechtere psychische Verfassung ist. Möglicherweise arbeiten Menschen, die zu depressiven Verstimmungen leiden, häufiger im Pyjama. Diese Zusammenhänge klärt die Studie nicht. 

Allerdings ergibt es dennoch Sinn, sich aus den Schlafklamotten zu schälen. Wer sich morgens duscht und umzieht, startet viel frischer in den Tag. In diesem Kontext ist auch die Weckzeit zu erwähnen. Am besten bleibt die normale Routine bestehen. Der Wecker klingelt werktags zur gewohnten Zeit. Die Morgenrituale der Familie werden beibehalten. Nach dem Frühstück sparen sich Eltern und Kinder den Weg ins Büro und zur Schule. Sie starten direkt zu Hause mit ihren Aufgaben. 

Eine gute Arbeitsumgebung schaffen

Wenn die Kinder bisher in einer stiefmütterlichen Ecke ihre Hausaufgaben erledigten, ist spätestens jetzt Aufrüsten angesagt. Die Familie sollten mindestens einen guten Arbeitsplatz besitzen. Schreibtisch und Stuhl sind dort ergonomisch aufeinander abgestimmt. Derjenige, der gerade arbeitet, belastet seinen Rücken minimal, hat gutes Licht und ist ungestört. 

Am besten verfügt jeder, der in der Wohnung arbeitet oder lernt, über einen eigenen Bereich. Der Lernort wird individuell auf die Bedürfnisse abgestimmt. Obwohl Ordnung am Arbeitsplatz notwendig ist, muss am eigenen Schreibtisch nicht jedes Buch und jeder Stift sofort aufgeräumt werden. 

Teilen sich mehrere Familienmitglieder den Arbeitsplatz, sorgen Rollcontainer, Kisten und Schütten rasch für Ordnung. Jeder bekommt einen eigenen Stauraum für seine Utensilien. Dadurch gibt es kein Durcheinander und der Überblick wird behalten. 

Verbindung zu Mitschülern halten

Die Schule ist nicht nur ein Lernort. Auch die soziale Komponente wird dort gefördert. Verhindert der Lockdown, dass sich Kinder treffen können, sollte der Austausch auf anderen Wegen erfolgen. 

In vielen Klassen existieren WhatsApp-Gruppen. Darin kann der aktuelle Schulstoff genauso diskutiert werden wie die aktuelle Lage. Das Hochladen von Videos und Bildern funktioniert problemlos. 

Vielleicht haben die Kids aber Lust auf regelmäßige Video-Calls mit der ganzen Klasse? Eltern sollten sich untereinander und mit der Lehrkraft absprechen. Möglicherweise gibt es die Option, dass der Nachwuchs Plattformen der Schule für einen solchen Austausch nutzen kann. 

Alternativ stehen auch Tools wie Zoom zur Verfügung. Allerdings sollte bei diesen Optionen auf den Datenschutz und die Verbindungssicherheit geachtet werden. Am besten überwacht mindestens ein Erwachsener den Austausch, vor allem, wenn die Kinder noch jünger sind. 

Unterstützung im Internet suchen

Die Kinder bemühen sich, dem Unterrichtsstoff zu folgen. Dennoch benötigen sie an verschiedenen Stellen eine zusätzliche Erklärung? Viele Eltern sehen sich nicht in der Lage, den Nachwuchs kompetent zu unterstützen. Oftmals ist die eigene Schulzeit schon sehr lange her. Der Stoff ist in Vergessenheit geraten. 

Einerseits können Nachhilfelehrer jetzt ebenfalls online unterstützen, andererseits gibt es YouTube. Beinahe eine Mathe-Legende ist hier der Vlogger Daniel Jung. Mit ihm werden Ableitungen, Steigungen und die Exponentialfunktion zum Kinderspiel. Auch die öffentlich-rechtlichen Fernsehsender ARD und ZDF bieten Hilfe bei Schulproblemen. Unter dem Format “Musstewissen” werden Videos zu den fünf Fächern: Deutsch, Chemie, Physik, Mathematik und Geschichte angeboten. 

Eltern und Kinder können sich gemeinsam die spannenden Videos anschauen und dabei lernen. Vielleicht hat auch der Lehrer noch den ein oder anderen Tipp für Nachhilfe-Videos auf der Plattform. Nachfragen kann nie schaden. 

Das Gehirn braucht Sauerstoff

Selbst wer sich morgens aus dem Pyjama schält, ordentlich frühstückt und dann strikt lernt, wird nicht den maximalen Erfolg erreichen. Um voll konzentriert zu arbeiten, brauchen wir Sauerstoff. Gerade bei kleineren Kindern ist der Bewegungsdrang noch ordentlich ausgeprägt. Sie können und sollten nicht über viele Stunden am Schreibtisch sitzen. 

Leichte bis mittlere Bewegung hilft dabei, den Körper optimal zu versorgen. Sie dient auch dazu, dass sich Kinder optimal entwickeln. Da die Kleinen jetzt schulisch bedingt sowieso schon sehr viel Zeit vor dem Laptop verbringen, sind körperliche Aktivitäten umso wichtiger. Planen Sie regelmäßige Pausen für sich und den Nachwuchs ein. In den kürzeren Unterbrechungen können Sie im Garten eine Runde Ball spielen oder mit dem Hund um den Block gehen. Für die große Pause eignet sich ein Besuch auf dem Fußball- oder Spielplatz. Sind diese aufgrund von Corona-Maßnahmen nicht zugänglich, dann eignet sich die Natur als perfekte Spielwiese. 

Wer sich richtig ausgepowert hat, der kann dann auch wieder motiviert die nächsten Vokabeln pauken. 

Ansprechpartner

Digital Print Group GmbH
90411 Nürnberg
Web: https://digital-print-group.de/

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