Bertelsmann-Studie

DPhV-Vorsitzender nennt Vorwurf der Inklusionsfeindlichkeit an die Gymnasien eine Unverschämtheit

Auf heftigen Widerspruch beim Deutschen Philologenverband, der Interessenvertretung der Gymnasiallehrkräfte, trifft der [von der Bertelsmann-Stiftung erhobene Vorwurf,](http://bildungsklick.de/a/94547/inklusion-bleibt-an-vielen-weiterfuehrenden-schulen-ein-fremdwort/) für Gymnasien sei Inklusion weitgehend ein Fremdwort.

03.09.2015 Pressemeldung Deutscher Philologenverband (DPhV)

DPhV-Vorsitzender Heinz-Peter Meidinger nannte diese Behauptung eine Unverschämtheit und einen Affront gegenüber den immensen Anstrengungen der Gymnasien, mehr Schülerinnen und Schülern Inklusion zu ermöglichen.

"Es gibt inzwischen enorme Fortschritte bei der Inklusion insbesondere von Kindern mit körperlichen Behinderungen, aber auch von anderen Gruppen mit sonderpädagogischem Förderbedarf." Die Tatsache, dass an den Gymnasien gegenüber den Grund-, Haupt- und Gesamtschulen die Inklusionsquoten geringer seien, habe nach Aussagen des Verbandsvorsitzenden zwei Ursachen, zum einen seien von den Bundesländern für Gymnasien erheblich weniger personelle und finanzielle Mittel als für andere Schularten zur Verfügung gestellt worden, zum anderen sei am Gymnasium echte Inklusion nur für Schüler möglich, die auch Chancen hätten, das Bildungsziel des Gymnasiums zu erreichen, also das Abitur, so der DPhV-Bundesvorsitzende.

"Kindern mit geistigen Behinderungen ist nicht gedient, wenn sie an eine Schulart gehen, an der sie mit zwei bis drei Fremdsprachen konfrontiert werden. Das schafft nicht Inklusion, sondern bewirkt Exklusion. Das sieht übrigens auch die große Mehrzahl der betroffenen Eltern so!", sagte Meidinger.

Gelingende Inklusion setze überdies voraus, dass die Schulen mittels entsprechender Ausstattung und zusätzlicher, entsprechend qualifizierter Lehrkräfte auch in die Lage versetzt werden, diese Aufgabe zu bewältigen. Das sei derzeit fast in keinem Bundesland ausreichend der Fall, so der DPhV-Vorsitzende. Allein die Beschulung von hör- oder sehgeschädigten Kindern erfordere eine zusätzliche technische Ausstattung in Höhe von rund 100 000 Euro an jedem einzelnen Gymnasium.

Meidinger betonte: "Umso höher ist zu bewerten, dass trotz dieser Probleme sich Tausende von Gymnasiallehrkräften tagtäglich der Herausforderung der Inklusion mit großem Engagement stellen. Vorwürfe à la Bertelsmann sind hier völlig fehl am Platze!"


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