Durchgängige Sprachbildung, Mehrsprachigkeit als Chance: Projekt "DaZNet" vernetzt bereits 70 Schulen
Eine positive Zwischenbilanz des landesweiten Projekts "DaZNet" hat Kultusminister Dr. Bernd Althusmann bei einer Fachtagung mit dem Titel "Auf dem Weg zur durchgängigen sprachlichen Bildung - Vernetzung als Qualitätsgewinn" in Hannover gezogen.
24.05.2012 Pressemeldung Niedersächsisches KultusministeriumBei "DaZNet" werden seit 2010 "Regionale Zentren für Deutsch als Zweit- und Bildungssprache, Mehrsprachigkeit und interkulturelle Kompetenz" eingerichtet. "Es ist ein entscheidender Beitrag zur Zukunftssicherung unseres Landes, die Potenziale aller Kinder und Jugendlicher noch besser als bisher zur Entfaltung zu bringen. Diesem Ziel dient das ,Projekt DaZNet´", sagte Dr. Bernd Althusmann bei der Eröffnung der Tagung. Der Minister verwies auf Statistiken, denen zufolge rund ein Viertel aller unter 16-Jährigen in Niedersachsen einen Migrationshintergrund haben; in Städten wie Hannover, Braunschweig oder Delmenhorst liegt danach der Anteil, insbesondere bei den jüngeren Kindern, weit darüber.
"Das Motto der Tagung spricht für sich: Bei ,DaZNet´ gewinnen alle Beteiligten durch den Austausch im Netzwerk. Vor allem aber gewinnen die Schülerinnen und Schüler. Die Kinder und Jugendlichen profitieren von der verbesserten Fähigkeit ihrer Schulen und Lehrkräfte, mit kultureller Vielfalt und Mehrsprachigkeit umzugehen. Diese wird in den ,DaZNet´-Schulen als Gewinn und als Chance für den Einzelnen und die Gemeinschaft wahrgenommen. Zugleich wird sichergestellt, dass jede Schülerin und jeder Schüler von durchgängiger Sprachbildung und Sprachförderung profitieren kann, denn Sprache ist der Schlüssel zum Bildungserfolg", sagte der Kultusminister.
Althusmann sprach auch die Herausforderung an, der sich Fach- und Lehrkräfte im Projekt "DaZNet" stellen: "Mit einzelnen Projekten, isolierten Förderprogrammen und einzelnen Förderstunden ist der Anspruch auf eine umfassende, die gesamte Bildungsbiographie in den Blick nehmende sprachliche Bildung und Förderung aller Kinder und Jugendlicher nicht einzulösen. Vielmehr sind Sprachbildung und Sprachförderung als Aufgaben jeder Fachkraft und jeder Lehrkraft zu verstehen. Gesteuert durch die Schulleitungen müssen sie in Schulentwicklung und Schulprogramm integriert und mit außerschulischen und kommunalen Partnern vernetzt werden. Allen Beteiligten in den bereits mehr als 70 Netzwerkschulen danke ich für ihr Engagement und freue mich, dass wir das Projekt noch ausweiten können: 2015 wird es landesweit 15 Zentren mit rund 150 Netzwerkschulen geben", sagte Dr. Bernd Althusmann.
An der Tagung nehmen neben den "DaZNet"-Moderatorenteams die Schulleitungen der Netzwerkschulen, die Sprachlernkoordinatorinnen und -koordinatoren, Vertreterinnen und Vertreter der beteiligten Schulträger sowie aus Hochschulen teil.
Einige Fakten zu "DaZNet":
- Im letzten Jahr wurden die vier ersten "DaZNet"-Zentren der Phase 1 in Hannover, Celle, Göttingen und Hannover eröffnet. Dazu gehören 35 Netzwerkschulen aller allgemein bildenden Schulformen und zwei berufsbildende Schulen sowie einige assoziierte Schulen.
- In diesem Jahr nahmen vier weitere Zentren in Braunschweig, Osnabrück, Hannover und Hildesheim mit insgesamt 38 Netzwerkschulen ihre Arbeit auf.
- Im nächsten Jahr werden wir fünf weitere Zentren eröffnen in Cuxhaven, Delmenhorst, den Bildungsregionen Emsland (Meppen) und Gifhorn / Peine sowie in der Region Garbsen / Neustadt / Nordwest-Hannover.
- Im Jahr 2014 sind "DaZNet"-Zentren in Salzgitter und einer weiteren Region geplant, so dass bis 2015 landesweit 15 Zentren mit insgesamt ca. 150 Netzwerkschulen bestehen werden.
- In einem fortlaufenden Prozess werden weitere berufsbildende Schulen aufgenommen, um die Verzahnung Schule – Beruf voranzutreiben.
- Die Verknüpfung mit dem Elementarbereich wird sukzessive verstärkt.
Eine Liste der teilnehmenden Schulen kann unter www.mk.niedersachsen.de/ heruntergeladen werden.
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