Ebling: Experimente wecken Forscher- und Erfindergeist in Grundschulen

In den rheinland-pfälzischen Grundschulen zischt, dampft, blubbert und blinkt es immer öfter. Ein Grund dafür: Mit der im März 2006 gestarteten und im Frühsommer 2007 erfolgreich beendeten Aktion "Experimentierkisten für den Sachunterricht an Grundschulen" haben alle 990 Grundschulen im Land (und darüber hinaus noch eine ganze Reihe von Förderschulen) Materialien und Instrumente für jeweils mindestens 30 Experimente und zudem eine gezielte Fortbildung für die Lehrkräfte erhalten. Ermöglicht wurde die Aktion maßgeblich durch die finanzielle Unterstützung der BASF AG und den Sachverstand der Expertinnen und Experten des NaT-Lab für Schülerinnen und Schüler der Universität Mainz. "Das ist ein Baustein in dem Bemühen, Mädchen und Jungen früh noch intensiver an naturwissenschaftliches Denken heranzuführen. Wir wollen auf spannende und altersgerechte Weise das Interesse der Schülerinnen und Schüler an Naturwissenschaften wecken", unterstrich der Staatssekretär im Ministerium für Bildung, Wissenschaft, Jugend und Kultur, Michael Ebling heute bei einem Pressegespräch in der Erich-Kästner-Grundschule in Mainz-Bretzenheim. "Die Landesregierung hat dabei erfreulicherweise sehr aktive Kooperationspartner, mit denen wir gemeinsam ein ,Netzwerk Naturwissenschaften´ für die Bildung in der Primarstufe knüpfen wollen."

30.11.2007 Rheinland-Pfalz Pressemeldung Ministerium für Bildung, Wissenschaft, Jugend und Kultur, Rheinland-Pfalz

"Das Ziel, bereits in der Grundschule, naturwissenschaftliches Denken und Handeln stärker zu verankern, gehört zu den zentralen Zielen, die wir seit längerem bei der Weiterentwicklung der Grundschule verfolgen. Die Einführung der Vollen Halbtagsschule zum Schuljahr 1998/99 hat schon die individuelle Förderung von Schülerinnen und Schülern verstärkt, indem der früher obligatorische 45-Minuten-Takt der Unterrichtsstunden aufgebrochen, eine Rhythmisierung und die stärkere Differenzierung des Unterrichts erleichtert wurden. Mit der schrittweisen Umsetzung des Rahmenplans Grundschule seit 2002 wurde dann die Unterrichtspalette inhaltlich und formal vergrößert", erinnerte der Staatssekretär, der dabei insbesondere auf den seit vergangenem Jahr geltenden neuen Teilrahmenplan Sachunterricht verwies. Seit 2004 beteilige sich das Land zudem an dem Projekt der Bund-Länder-Kommission "Steigerung und Effizienz des mathematisch-naturwissenschaftlichen Lernens (SINUS)". Die dabei in 20 Grundschulen gesammelten Erkenntnisse und Erfahrungen würden nun in die Fläche transportiert. Wie breit und differenziert mittlerweile das Angebot in der mathematisch-naturwissenschaftlichen Grundbildung sei, werde beispielsweise der "SINUS-Marktplatz" am kommenden Montag (3.12.) in Neustadt/Weinstraße unter Beweis stellen, hielt Michael Ebling fest.

Sehr bewährt habe sich im Bereich der naturwissenschaftlichen Bildung auch die Kooperation insbesondere mit der chemischen Industrie, so Ebling. Die Chemieverbände in Rheinland-Pfalz seien seit Jahren im Bereich der Fort- und Weiterbildung gerade von Grundschullehrkräften aktiv, Boehringer Ingelheim pflege sehr erfolgreiche eine Bildungspartnerschaft mit Grundschulen der Region. Mit dem von der BASF AG gesponserten Projekt der landesweiten Verbreitung von "Experimentierkisten", das auch aus dem Programm "Wissen schafft Zukunft" finanziell unterstützt worden sei, habe diese Kooperation eine neue Qualität erhalten. "Fast 1.100 Grund- und Förderschulen im Land haben mit diesem Projekt eine Experimentierkiste für naturwissenschaftliche Versuche erhalten. Mehr als 3.700 Lehrerinnen und Lehrer wurden in über 200 halbtägigen Fortbildungsmaßnahmen durch Fachleute aus dem Mainzer NaT-Lab-Team in allen Teilen des Landes direkt weitergebildet. Und durch Begleithefte sind nochmals mehr als 900 Lehrkräfte an weiterführende Informationen zur naturwissenschaftlichen Grundbildung und zum Umgang mit den Experimentierkisten gekommen", resümierte der Staatssekretär.

"Mit den Experimentierkästen nutzen wir den kindlichen Wissensdurst und wecken damit die Begeisterung für Naturwissenschaften", sagte Michael Ebling. So würden langfristig neue Lernanreize gesetzt, würden Schwellenängste abgebaut und werde das Bildungsangebot insgesamt bereichert. "Und – überspitzt formuliert – tragen die Experimentierkisten dazu bei, Chemie-, Physik- und Biologie-Studierende des Jahres 2020 zu gewinnen. Begeisterung für ein Fach und gute Vorkenntnisse sind wichtig, um die Zahl der Studienfachwechsler und Studienabbrecher zu senken."

Die Landesregierung wolle nun dafür sorgen, dass diese Impulse nachhaltig in der Grundschulbildung verankert würden, kündigte Ebling an. Daher flössen diese Inhalte mittlerweile auch in die Referendarausbildung ein. Und daher werde angestrebt, die bereits bewährten Kooperationen beispielsweise mit den Chemieverbänden und Einzelunternehmen in einem "Netzwerk Naturwissenschaftliches Lernen in der Grundschule" zusammenzufassen. "Gemeinsam mit den schulischen Serviceeinrichtungen des Landes – des Pädagogischen Zentrums (PZ) und des Instituts für schulische Fortbildung und schulpsychologische Beratung (IFB) – soll dieses Netzwerk die nachhaltige Verankerung neuerer naturwissenschaftlicher Bildungsinhalte und Vermittlungskonzepte sicherstellen", sagte der Staatssekretär. Michael Ebling ergänzte: "Einige neue Akzente werden bereits im kommenden Jahr gesetzt. So soll gemeinsam mit den Chemieverbänden ein landesweiter Wettbewerb für Grundschulkinder zu Themen aus der unbelebten Natur entwickelt werden. Ab Januar wird auf der Grundschulhomepage des Bildungsservers www.grundschule.bildung-rp.de in Kooperation mit dem Verlag Duden-Paetec eine Seite mit mathematischen beziehungsweise naturwissenschaftlichen Knobelaufgaben installiert, die von SINUS-Grundschulen entwickelt wurden." Auf der im Rhythmus von zwei Monaten aktualisieren Knobel-Seite könnten dann sowohl Lerngruppen als auch einzelne Schülerinnen und Schüler individuell ihr Wissen testen. Besonders kreative Lösungen würden von dem Verlag ausgezeichnet.


Schlagworte

Keine Kommentare vorhanden

Sie sind derzeit nicht angemeldet. Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich vorab bei uns registrieren. Alternativ können Sie sich über Ihren Facebook-Account anmelden.
Anmelden