Eckinger im MUT-Gespräch: Gegenseitig Respekt zeigen

"Lehrerinnen und Lehrer müssen bereit sein, an der inneren Führung der Gesellschaft mitzuwirken - das geht weit über den Unterricht hinaus", betont Ludwig Eckinger, Bundesvorsitzender des Verbands Bildung und Erziehung (VBE), in einem Gespräch über gewaltbereite Jugendliche, Liebe zum Kind und Anforderungen an den Lehrerberuf, das in der heute erscheinenden Juniausgabe der Monatsschrift "MUT", einem Forum für Kultur, Politik und Geschichte, erscheint.

01.06.2006 Pressemeldung Verband Bildung und Erziehung e.V. (VBE)

Der VBE-Bundesvorsitzende betont in dem Gespräch die Kooperation mit den Eltern. "Das muss, wie man es in der Politik sagt, auf Augenhöhe passieren." Es komme darauf an, dass die direkt an Schule Beteiligten - Schülerinnen und Schüler, Lehrerinnen und Lehrer, Schulleitung und Eltern - gemeinsam Regeln formulieren, so Eckinger. "Man lässt den anderen ausreden. Man respektiert ihn. Man nimmt es nicht hin, wenn jemand beschämt wird. Damit ist der Rahmen gesetzt für die Schule als kleine Polis - und die Vorbereitung auf die Demokratie." Kinder müssten erfahren, dass das Bezeigen des Respekts vor einem anderen Menschen keine Äußerlichkeit sei. "Anständig zu sein, aufrichtig, diszipliniert oder pünktlich zu sein, sind keine Sekundärtugenden, sondern höchst wichtige Dinge - zu subsumieren unter dem größeren Ziel, Sorge für andere zu tragen." Eckinger bezeichnet in diesem Zusammenhang "das Beispielgeben als eine wesentliche berufsethische Aufgabe der Lehrerinnen und Lehrer".

Über Gewalt von Kindern und Jugendlichen äußert sich Eckinger: "Ist das Umfeld erst brutalisiert, stellt das jede Sozialisation in Frage. Da müssen wir bildungspolitisch helfen - und zwar von Anfang an. Der Kindergarten muss eine viel höhere Bedeutung bekommen. Dort bereits muss kompetent und kindgerecht Bildung vermittelt werden. Ebenso in der Grundschule. Die beiden sind die Fundamente." Eckinger weiter: "Wenn Eltern oder Erziehungsberechtigte sich zurückziehen, resignieren und damit das Interesse an ihrem Kind verlieren, dann kommt die ganz große Krise. Wenn Erziehungsberechtigte keine Kräfte mehr haben, dann wirken diese Kinder, die da zu uns in die Schule kommen, wirklich verlassen."


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