Ein guter Auftakt: Beachtliche Einstellungsquote in Nordrhein-Westfalen

Der nordrhein-westfälische Philologen-Verband anerkennt die vielzähligen Bemühungen des Schulministeriums, alle freien Lehrerstellen möglichst zeitnah zu besetzen. Man rechnet aktuell mit 8.000 Neueinstellungen in diesem Jahr, allerdings dürften lt. Schulministerium auch 800 Lehrerstellen wegen fehlender Bewerberinnen und Bewerber im nächsten Schulhalbjahr unbesetzt bleiben.

12.08.2009 Pressemeldung Philologenverband NRW (PhV NRW)

Scheinheilig aber – so der Philologen-Verband – ist es, wenn die SPD-Opposition Horrorzahlen fehlender Lehrkräfte nennt. Gleichzeitig verschweigt sie, dass nämlich vor Jahren nur unzureichend für den Lehrerberuf geworben, die Lehrerausbildung an Hochschulstandorten wie Bonn beispielsweise eingestellt und mit den Vorgriffsstunden ein ungedeckter Scheck auf die Zukunft ausgestellt wurde. Jetzt müssen alleine jährlich (!) mehr als 2.000 Lehrerstellen neu besetzt werden, da die Vorgriffsstunden zurückgegeben werden. Die SPD beklagt einen Zustand, den sie selbst mit verursacht hat. Die von ihr heute vorgelegten Vorschläge zur Lehrergewinnung (u.a. Forderung nach Prognosezahlen, mehr Studienkapazitäten, KMK-Unterstützung, bessere Berufswahlorientierung) bleiben erschreckend blass.

"Das Schulministerium wie auch die Bezirksregierungen haben in den letzten Monaten größte Anstrengungen unternommen, die Unterrichtsversorgung der Schulen so gut wie möglich abzusichern. Wir begrüßen ausdrücklich die umfänglichen und sehr kreativen Schritte des Schulministeriums.", betont Peter Silbernagel, Vorsitzender des Philologen-Verbandes. "Leider droht auch in Nordrhein-Westfalen ein zunehmender Lehrermangel. Der Schülerrückgang mindert das Dilemma kaum, da die Reformprojekte eine immer größere Zahl von Lehrkräften erfordern."

Während es wegen fehlender Stellen in einigen Bundesländern fast keine Einstellungschancen gibt, kommt es in Nordrhein-Westfalen zu der absurden Situation, dass die Politik Stellen zur Besetzung zur Verfügung stellt, diese aber wegen fehlender schulform- und fachspezifisch geeigneter Bewerberinnen und Bewerber nicht besetzt werden.

Der Philologen-Verband NW fordert auch die Hochschulen, die in der Lehrerausbildung tätig sind, auf, das Problem des Lehrermangels als Herausforderung zu sehen. Aufschreckende Abbrecherquoten gerade in den naturwissenschaftlichen Fächern lassen Fragen aufkommen, ob im Hochschulbereich die ´Zeichen der Zeit´ erkannt worden sind. Grundsätzlich sind hohe Durchfallquoten bei Prüfungen absolut kein Qualitätskriterium. Der Philologen-Verband erwartet, dass in den Hochschulen ebenso wie in den Schulen die Kultur der individuellen Unterstützung und Begleitung bewusst praktiziert wird. Gerade beim Problem der Lehrerversorgung müssen Schulen und Hochschulen an einem Strang ziehen.

"Das wachsende Problem des Lehrerbedarfs kann nur in einer konzertierten Aktion angegangen werden!", so Peter Silbernagel.


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