Berlin

Eltern beschließen Strafanzeige gegen das Land Berlin

Unpassend zum heutigen 10 Jährigen Dienstjubiläum, erreicht den Regierenden Bürgermeister, der zu Bildungs- und Schulfragen für Eltern eigentlich nicht zu sprechen ist, erneuter Elternprotest. In einem Hilferuf an den Landeselternausschuss informiert die Gesamtelternvertretung der Poelchau- Oberschule über den Beschluss, nun Strafanzeige zu stellen und Tatbestände wie Körperverletzung, fortlaufende Gesundheitsgefährdung und Vernachlässigung Schutzbefohlener anwaltlich zu prüfen zu lassen.

16.06.2011 Pressemeldung Landeselternausschuss Berlin (LEA Berlin)

Obwohl bereits über einen längeren Zeitraum die Eltern öffentlich gegen die Zustände in der Eliteschule des Sports Sturm laufen, sehen sie sich und vor allem die Kinder von der Senatsverwaltung im Stich gelassen.

Neben der mittlerweile positiv gemessenen Asbestbelastung in der Luft kommt nun das Problem eines massiven Schädlingsbefalls hinzu. Marder fressen Löcher in die Zwischendecken, Kadaver und Kot verursachen enorme Geruchsbelästigungen. Durch die lebendigen Bewegungen im Zwischendeckenbereich besteht außerdem die erhöhte Gefahr des Freisetzen von dort befindlichem Asbeststaub in die Atemluft.

"…Es wird ferner festgestellt, dass sich die Tiere aus vorhandenem Dämmmaterial Nester gebaut haben. Weiterhin wurden Tierkadaver (Tauben/Hasen) in der Zwischendecke gesichtet. Die Tiere selber wurden nicht gesehen, ihr "Treiben" aber immer wieder von Schülern und Lehrern gehört. Die Decke wurde provisorisch wieder verschlossen…."

"…Der Gutachter legt gegenüber der Bildungsverwaltung am 20.4. schriftlich dar, dass er den Klassenraum 404, in welchem Asbest gefunden wurde, zunächst geschlossen halten möchte, "da ich noch einige "Versuche" mit den schwebenden Deckenplatten durchführen möchte. Es darf nicht sein, dass sich Deckenplatten bei erhöhtem Winddruck aus den Halterungen bewegen." (Zitat Hildebrand) Die Bildungsverwaltung weist den Gutachter an, den Raum freizugeben. Die Schulleitung lässt den Raum auch auf Anraten des Gutachters geschlossen; die Kinder mussten "umgesiedelt" werden. .."

Mittlerweile sind 4 Klassenräume dauerhaft geschlossen. Aus der Senatsverwaltung bekommt man ob solcher Schilderungen unverantwortliche Äußerungen nachgesagt. Weder kurzfristig zu realisierende Lösungsvorschläge der Elternschaft, wie einen interimsmäßigen Umzug in ein Containerdorf wurden seitens der Verwaltung weiter verfolgt, noch die mehrfach in Aussicht gestellte Übersiedlung in zu renovierende Gebäude auf dem Olympiagelände substanziiert.

Die Schule sieht der anrollenden Verwaltungslösung, kein Plan- keine Schule- kein Asbest, der alternativlosen Schulschließung, entsprechend aufgebracht entgegen. Die Westberliner Eltern wollen Ihre Sportschule im erreichbaren Umfeld keinesfalls tatenlos aufgeben. Nun sollen Schüler, Lehrer und Eltern ohne weitere Perspektive in erholsame Sommerferien entlassen werden.

Der Landeselternausschuss wird sich weiterhin für die Eliteschule des Sports einsetzen und sieht die Notwendigkeit für die Fortführung des gemeinsamen Bildungsprotestes von Eltern, Lehrern und Schülern "Für eine bessere Schule in Berlin" als gegeben. Gemeinsam mit der Poelchau-Oberschule – mit Herz in der Hand und Leidenschaft im Bein wird hier u.a. erfolgreich für Hertha BSC-Nachwuchs ausgebildet– vergeben wir die Rote Karte. Platzverweis für Ignoranz, Wegsehen, Aussitzen und Verharmlosen. Die Poelchau-Schule, und überhaupt das Thema Bildung, muss auch vom Regierenden als Teil seiner Verantwortung erkannt werden.


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