Eltern lassen sich nicht für dumm verkaufen: Schüler-ID bleibt problematisch

Der bayerische Kultusminister Siegfried Schneider lässt in einer Pressemitteilung verkünden, die Bedenken gegenüber der Schüler-Identifikationsnummer, die für die amtliche Schuldatenbank gebraucht wird, seien allein der Panikmache der Grünen zuzuschreiben. Der Bayerische Elternverband weist die Unterstellung des Kultusministers zurück.

01.04.2008 Bayern Pressemeldung Bayerischer Elternverband

"Wir sind gegen diese Schüler-ID, seit sie im Gespräch ist", sagte Isabell Zacharias, die Landesvorsitzende des BEV. "Wir Eltern sind da nicht etwa den wahlkämpfenden Grünen auf den Leim gegangen, wie Schneider uns unterstellt. Wir können selbst denken. Und wir sehen den gläsernen Schüler kommen."

Der bayerische Datenschutzbeauftragte, der sich derzeit bedauerlicherweise nicht öffentlich äußern kann, hat sich in seinem Tätigkeitsbericht 2006 deutlich von der Schüler-Identifikationsnummer distanziert. Er schreibt:

"Bei meinem derzeitigen Kenntnisstand halte ich in diesem Zusammenhang allerdings insbesondere die Vorhaltung einer Vielzahl von Daten aller bayerischen Schüler in personenbezogener Form in zentralen Datenbanken für datenschutzrechtlich problematisch. Durch die beabsichtigte Vergabe von Schüler-Identifikationsnummern wird die Gefahr der Erstellung von Persönlichkeitsprofilen sogar noch verstärkt. Dies gilt in gleicher Weise hinsichtlich der geplanten Vergabe von Lehrer-Identifikationsnummern zur Ermöglichung von (lediglich pseudonymisierten?) Verlaufsuntersuchungen."

Ob er in den letzten Monaten umgeschwenkt ist, und wenn ja, was ihn dazu bewogen hat, ist nicht bekannt. Den Tätigkeitsbericht des bayerischen Datenschutzbeauftragten finden Sie unter www.datenschutz-bayern.de/tbs/tb22/k21.html#21.1


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