Eltern sind gegen Facebook im Unterricht
(red/pm) Facebook im Unterricht – viele Eltern in Hessen halten nichts davon. 60 Prozent der befragten Eltern schulpflichtiger Kinder und die Hälfte aller befragten Erwachsenen insgesamt sind für ein Verbot, Facebook für Unterrichtszwecke an hessischen Schulen zu nutzen, etwa um Hausaufgaben zu verteilen oder Klausuren vorzubereiten. Das ist ein Ergebnis der gemeinsamen Studie von hr-iNFO und den [Wirtschaftsinformatikern an der TU Darmstadt](http://www.tu-darmstadt.de/vorbeischauen/aktuell/einzelansicht_89152.de.jsp), "Generation ´Gefällt mir` – Wie die Jugend klickt". In der Studie wurden mehr als 200 Schüler und rund 1600 Erwachsene befragt.
15.04.2014 Artikel70 Prozent der befragten Erwachsenen glauben nicht, dass Lehrer ausreichend geschult sind, um Schülern den Umgang mit Facebook zu vermitteln. Aber auch mit der Kompetenz der Eltern scheint es nicht zum Besten zu stehen, zumindest aus der Sicht der Jugendlichen: 75 Prozent der Jugendlichen gaben an, dass ihre Eltern ihre Facebook-Nutzung nicht kontrollieren und auch nicht mit ihnen darüber sprechen, was sie besser nicht posten sollten.
Auf Anfrage von hr-iNFO teilt das Hessische Kultusministerium mit, dass derzeit eine "Handreichung" für hessische Lehrer erarbeitet werde, in der der Umgang mit Facebook geklärt wird. Allerdings werde es im schulischen Bereich kein "absolutes Facebook-Verbot" geben.
Auch der Hessische Datenschutzbeauftragte, Michael Ronellenfitsch, fordert in hr-iNFO in einer ersten Reaktion auf die Studie mehr Klarheit für Hessens Lehrer im Umgang mit Facebook. "Es gibt keinen Runderlass und keine Richtlinie. Das sollte man amtlich in trockene Tücher bringen." Den Einsatz sozialer Medien in der Schule sieht er kritisch: "Als Amtsblatt ist Facebook untauglich und nicht akzeptabel." Schüler dürften nicht zu einer Facebook-Mitgliedschaft gezwungen werden, um etwa Mitteilungen ihrer Lehrer über einen Unterrichtsausfall erhalten zu können. Solche Informationen könnten auch anders vermittelt werden, meinten 71 Prozent der befragten Eltern und sprachen sich für ein eigenes geschlossenes Schulnetzwerk aus, über das Schüler und Lehrer miteinander kommunizieren können.
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