Lehrerarbeitszeit

Empfehlung offenbart Unkenntnis der schulischen Wirklichkeit

Mit ungläubigem Kopfschütteln nimmt die Interessenvertretung der Lehrkräfte in Schleswig-Holstein die Pressemitteilung „Mehr Unterricht durch optimierten Lehrkräfteeinsatz“ des Landesrechnungshofes vom 2. Juni 2017 zur Kenntnis.

06.06.2017 Schleswig-Holstein Pressemeldung Interessenvertretung der Lehrkräfte in Schleswig-Holstein
  • © Kinga/Shutterstock

Dort heißt es, „ein bedeutsamer Anteil der Arbeitszeit von Lehrkräften wird nicht direkt für Unterricht verwendet. Verantwortlich dafür sind insbesondere Stundenreduzierungen, die Lehrerinnen und Lehrer erhalten, sei es aus Altersgründen, sei es, um andere Aufgaben zu erledigen.“

„Das bedeutet im Klartext, dass diejenigen, die sich über das Kerngeschäft der Lehrkräfte hinaus z.T. über Jahre über jedes Normalmaß hinaus in den Schulen engagiert haben, die einzige Form der Anerkennung  und des symbolischen Ausgleichs dafür genommen werden soll“, so die IVL-Landesvorsitzende Grete Rhenius.

Das Bildungsministerium solle aber lt. LRH „alle Stundenreduzierungen evaluieren und auf das notwendige Maß beschränken. Damit könnten über 16.000 Unterrichtsstunden pro Woche zurückgewonnen werden.“

Rhenius: „Dies zeugt von völliger Unkenntnis der schulischen Wirklichkeit. In den Schulen liefe nicht viel extra, wenn nicht hier und da einmal eine Stunde als Ausgleich gewährt werden könnte. Im Gegenteil – die Altersermäßigung für Lehrkräfte sollte von Ausgleichstätigkeiten abgekoppelt werden, um entlastenden und gesundheitserhaltenden Charakter zu haben.“

Als sinnvolle Alternative schlägt die IVL vor, an den Gemeinschaftsschulen abschlussbezogene Klassen einzurichten und die so genannten „Differenzierungsstunden“ als Lehrerstellen bereitzustellen.

„Dies sind pro dreizügiger Schule rund drei Lehrerstellen, die unmittelbar besetzt werden können, da die Personen bereits im System sind. Das wäre ein großer Schritt in Richtung eines effizienten Personaleinsatzes“, so Rhenius abschließend.


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