Erfolge achten, aber die Verlierer nicht vergessen

Deutschland ist im PISA-Vergleich vorangekommen. Die "Leistungsbilanz" von Pisa 2006 zeigt leichte Verbesserungen in der Lesekompetenz und in der mathematischen Kompetenz deutscher Schüler. In beiden Fächern sind wir aber nur knapp über OECD Durchschnitt und noch nicht an der Spitze. Besser sieht es in den Naturwissenschaften aus. "Das ist erfreulich, vor allem für das Image der Schule und Ergebnis der engagierten Arbeit der Lehrer und Erzieher. Gründe für euphorische Feiern finden wir aber nicht, vor allem, wenn die vorhandenen Mängel ignoriert weiterhin ignoriert werden. Das ist nun mal der erneut bestätigte und besonders in Deutschland ausgeprägte negative Zusammenhang zwischen sozialer Herkunft und Bildungsabschluss", erklärte dazu der Thüringer GEW-Vorsitzende Jürgen Röhreich.

04.12.2007 Thüringen Pressemeldung GEW Thüringen

"Um so unverständlicher ist die Verweigerung der Thüringer Landesregierung gegenüber Strukturdebatten. Die frühe Aufteilung der Kinder auf verschiedene Schularten, verbunden mit einer überdurchschnittlich hohen Quote von Förderschülern sind doch auch in Thüringen der Hauptgrund für die Abhängigkeit von Herkunft und Bildungserfolg. Das wird durch Pisa 2006 erneut bestätigt," so Röhreich weiter.

Kinderarmut nimmt auch in Thüringen kontinuierlich zu. Es ist zu befürchten, dass zukünftig noch mehr Kinder wegen ihres sozioökonomischen Hintergrundes von besserer Bildung ausgeschlossen werden. Deutschland kann sich das wirtschaftlich nicht leisten. Schon der derzeitige Fachkräftemangel ist kaum zu kompensieren. Das deutsche Bildungssystem muss so entwickelt werden, dass jedes Kind und jeder Jugendliche die bestmögliche Förderung erhalten kann. Das betrifft benachteiligte und hochbegabte Schüler gleichermaßen. Deshalb brauchen wir natürlich eine Weiterentwicklung der Unterrichtsqualität, aber auch einen Strukturwandel, der individuelle Förderung ermöglicht und Chancengleichheit garantiert.

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GEW Thüringen

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