GEW Baden-Württemberg

Erfolgreiche Bildungspolitik oder Stellenstreichungen?

Die Bildungsgewerkschaft GEW sieht nach den Zahlen des Statistischen Landesamtes zur Entwicklung der Schülerzahlen keinen Spielraum für weitere Stellenstreichungen.

25.07.2014 Pressemeldung GEW Baden-Württemberg

"Schon 2012 hat die Lehrerbedarfsprognose von Prof. Klaus Klemm gezeigt, dass rechnerisch freiwerdende Stellen für bildungspolitische Reformen gebraucht werden. Nach den aktuellen Zahlen muss sich die Landesregierung jetzt entscheiden, ob sie bis 2016 erfolgreiche Bildungspolitik gestalten oder durch Stellenstreichungen die Qualität an den Schulen verschlechtern will", sagte Doro Moritz, Landesvorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) am Freitag (25.07.) in Stuttgart.

Die GEW begrüßt, dass in Zukunft jedes Jahr aktuelle Zahlen zur Entwicklung der Schülerzahlen vorgelegt werden. "Die Forderung zur Streichung von 11.600 Lehrerstellen ist durch Kaffeesatzleserei entstanden. Wir brauchen eine Bildungspolitik, die anhand realistischer Zahlen jeweils den nächsten Landeshaushalt plant und die Entwicklung der Qualität in unseren Klassenzimmern stärker in den Blick nimmt als in den vergangenen Jahren", sagte Moritz.

Die GEW weist unter anderem auf die aktuellen Zahlen für die Grundschulen hin, an denen bis 2020 die Schülerzahlen entgegen der Erwartungen die Schülerzahlen nicht sinken werden. "Es ist erfreulich, dass vor allem durch die Familien, die neu in unser Land kommen, mehr Schülerinnen und Schüler erwartet werden. Die Landesregierung muss ihr Motto ´Auf den Anfang kommt es an` ernst nehmen und die Grundschulen besser unterstützen. Die zusätzlichen Stellen für Vorbereitungsklassen sind hier ein wichtiges Zeichen", sagte Moritz.

Die GEW-Chefin weist auf weitere bildungspolitische Reformprojekte wie den weiteren Ganztagsschulausbau, die Inklusion oder den Ethikunterricht hin, für die bisher keine ausreichende Finanzierung vorliegt. Auch ein Konzept für die Zukunft der gut 10.000 Lehrer/innen an Haupt- und Werkrealschulen fehlt. "Wer vor diesem Hintergrund noch von demografischer Rendite spricht, hat die Herausforderungen für die Bildungspolitik in unserem Land nicht verstanden", so Moritz.

Ansprechpartner

GEW Baden-Württemberg

Mehr zum Thema


Schlagworte

Keine Kommentare vorhanden

Sie sind derzeit nicht angemeldet. Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich vorab bei uns registrieren. Alternativ können Sie sich über Ihren Facebook-Account anmelden.
Anmelden