Ergebnisse des Mathematik-Wettbewerbs 2005/06 vorgestellt

"Die Leistungen der Schulen im jährlichen Mathematik-Wettbewerb sind erneut angestiegen; gleichzeitig haben sich die Leistungsunterschiede zwischen den Schulen deutlich verringert." Mit diesen Worten hat Kultusministerin Karin Wolff heute die Schulergebnisse des 38. hessischen Mathematik-Wettbewerbs gewürdigt. Besonders erfreut zeigte sich Wolff über die klar erkennbaren Leistungssteigerungen in der Hauptschule (Aufgabengruppe C). Aber auch in der Realschule (Aufgabengruppe B) und im Gymnasium (Aufgabengruppe A) seien erneut bessere Resultate als im Vorjahr erzielt worden. "Es gibt in diesem Jahr kaum noch ´Ausreißer´ nach unten. Dies zeigt uns, dass sich die Ergebnisse insgesamt in die richtige Richtung verändern", erklärte die Ministerin. Der Wettbewerb liefere wichtige Erkenntnisse zum Lernstand im Fach Mathematik in der achten Jahrgangsstufe.

24.03.2006 Hessen Pressemeldung Hessisches Kultusministerium

Als interessantes Detailergebnis bezeichnete es Wolff, dass es seit Jahren eine gleiche Reihenfolge bei den Schulformen gebe. Hauptschulen, Realschulen und Gymnasien liegen in ihren Ergebnissen vor den entsprechenden Zweigen kooperativer Gesamtschulen, diese wiederum vor denen integrierter Gesamtschulen.

Rund 61.200 Schülerinnen und Schüler der achten Klassen an 555 Haupt-, Realschulen, Gesamtschulen und Gymnasien haben am Schulentscheid des hessischen Mathematik-Wettbewerbs 2005/06 teilgenommen. Der Wettbewerb ist nach wie vor die bundesweit erste und einzige Vergleichsarbeit, deren Ergebnisse im Internet veröffentlicht werden. Die Einzelergebnisse der Schulen sind erneut unter www.kultusministerium.hessen.de nachzulesen.

Erstmals waren die Schulen in diesem Schuljahr verpflichtet, die Wettbewerbsergebnisse als Vergleichsarbeiten zu werten und wie Klassenarbeiten nach einem landesweit einheitlichen Notenschlüssel zu beurteilen.

Wolff führt die Leistungssteigerung vor allem auf Veränderungen im Mathematikunterricht – wie die Etablierung einer neuen Aufgabenkultur – zurück. Sie seien unter anderem durch die bundesweite Qualitätsinitiative SINUS zur "Steigerung der Effizienz des mathematisch-naturwissenschaftlichen Unterrichts" erreicht worden. Hessen hatte SINUS 1998 an zwölf Schulen gestartet und in kurzer Zeit auf mehr als die Hälfte aller hessischen Schulen mit Sekundarstufe I ausgeweitet. Anfang 2005 hat Hessen damit begonnen, das SINUS-Modell zur Veränderung von Unterrichts-, Aufgaben- und Prüfungskultur durch schulinterne Lehrerfortbildung auch auf die Grundschulen zu übertragen. Deutliche Leistungssteigerungen im mathematischen Bereich hätten Hessens Schülerinnen und Schüler bereits beim letzten PISA-Ländervergleich unter Beweis gestellt, betonte die Ministerin. "Die Ergebnisse des Mathematik-Wettbewerbs zeigen einmal mehr, dass der eingeschlagene Weg richtig ist und sich die Qualität des Unterrichts weiter verbessert hat", so Wolff.

Die besten Resultate im Kreisvergleich erzielten in diesem Jahr der Landkreis Fulda, der Kreis Limburg-Weilburg und der Kreis Waldeck-Frankenberg, wobei sich Limburg-Weilburg mit dem besten Ergebnisdurchschnitt leicht absetzen kann. Die Ministerin warb nachdrücklich für eine differenzierte Bewertung der Ergebnisse, insbesondere beim Vergleich der Schulleistungen: "Hier können keine Pauschalaussagen getroffen werden. Selbst bei gleichen Bedingungen gibt es Leistungsunterschiede. Entscheidend ist immer die aktuelle Situation vor Ort." Die Erfahrung zeige, dass Schulen, die sich besonders gut auf den Mathematik-Wettbewerb vorbereiteten, auch besonders gut abschnitten. "Allein die Aufgaben aus dem Vorjahr zu üben, bringt schon viel für den nächsten Durchgang", ist Wolff überzeugt. Wichtig sei, dass die Schulen auf professionelle Hilfe von den Fachberaterinnen und Fachberatern in den Staatlichen Schulämtern zählen könnten.

Erläuterungen zur Geschichte und Systematik des Mathematikwettbewerbs:

Der Mathematikwettbewerb des Landes Hessen besteht seit 1969. Teilnehmer sind Schülerinnen und Schülern des 8. Schuljahres. Zunächst zur freiwilligen Teilnahme angeboten, ist er seit 2001 für alle hessischen allgemeinbildenden Schulen verpflichtend. Seit 2006 sind die Wettbewerbsergebnisse verpflichtend als Vergleichsarbeiten zu werten und wie Klassenarbeiten nach einem landesweit einheitlichen Notenschlüssel zu beurteilen. An der ersten Wettbewerbsrunde, dem Schulentscheid, nehmen alle Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufe acht teil. In der zweiten Runde folgt der Kreisentscheid mit den Besten auf Kreisebene, und am Ende werden im Landesentscheid die Besten in Hessen ermittelt.

Der Mathematikwettbewerb wird für drei Aufgabengruppen (A=Gymnasium, B=Realschule und C=Hauptschule) mit unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden ausgeschrieben. Schülerinnen und Schüler der entsprechenden Bildungsgänge an Gesamtschulen werden den Aufgabengruppen zugewiesen.

Beim Schulentscheid stehen den Schülerinnen und Schülern zwei Unterrichtsstunden zur Verfügung, in der sie je 8 Pflichtaufgaben und nach Möglichkeit 2 von 5 Wahlaufgaben zu lösen haben. Je Pflichtaufgabe werden maximal drei Punkte vergeben, je Wahlaufgabe 12 Punkte. Insgesamt sind somit maximal 48 Punkte zu erreichen. Das Schulergebnis ergibt sich aus der Addition der Schülerergebnisse.

Die Punktezahl der Schulen wird je Bildungsgang in vier Leistungsstufen eingeteilt, d.h. jeweils 25 Prozent aller Schulen werden zu einer Gruppe – einem Quartil – zusammengefasst. Daraus ergeben sich jedes Jahr für den jeweiligen Schuldurchschnitt unterschiedliche Quartilsgrenzen. Am Beispiel der Aufgabengruppe C (Hauptschule) haben sich die Quartilsgrenzen gegenüber dem Vorjahr wie folgt verschoben: 1. Quartil zwischen 7,0 und 18,71 Punkten (2005: 2,7 und 14,17), 2. Quartil zwischen 18,72 und 21,39 Punkten (2005: 14,21 und 18,03), 3. Quartil zwischen 21,42 und 24,78 Punkten (2005: 18,05 und 21,7 ), 4. Quartil zwischen 24,84 und 37,17 Punkten (2005: 21,8 und 39,3).

Anhand der Quartile kann jede Schulen ablesen, wie sie innerhalb ihres Bildungsgangs im Vergleich zum Landesdurchschnitt und zur erreichbaren Maximalpunktzahl steht.

Hinweis an die Redaktionen:

Die Quartileinteilung ist zwar für eine grafische Darstellung der Ergebnisse unerlässlich. Für die Nennung von einzelnen Schulergebnissen sollten Sie jedoch die erreichte Punktzahl heranziehen, da bei der Quartileinteilung im Übergangsbereich Schulen in verschiedene Quartile eingeteilt werden können, auch wenn die Schulen nur geringe Leistungsunterschiede aufweisen.


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