Kinder- und Jugendhilfe

Erste Ergebnisse und Perspektiven im Programm Schulerfolg sichern

"Der Anfang ist geschafft - Erste Ergebnisse und Perspektiven im Programm Schulerfolg sichern!" - unter diesem Leitsatz stellten Praktiker aus Schule und Jugendhilfe am Mittwoch den 13. Oktober 2010 von 10.00 - 16.30 Uhr im AMO-Kulturhaus Magdeburg ihre Arbeit und Erfahrungen aus einem Jahr Programmlaufzeit "Schulerfolg sichern" vor.

14.10.2010 Pressemeldung Deutsche Kinder- und Jugendstiftung (DKJS)

Im Rahmen von Workshops diskutierten Akteure unterschiedlicher Professionen aktuelle Arbeitsansätze. So stellten Schulsozialarbeiterinnen in Kooperation mit Lehrkräften vor, wie es gelang im Rahmen eines Filmprojektes nicht nur den Klassenzusammenhalt zu stärken, sondern darüber hinaus die Kinder und Jugendliche durch die aktive Beteiligung für das Lernen zu begeistern. Anhand eines Graffitiprojektes in der Börde wurde aufgezeigt, wie in Zusammenarbeit mit kommunalen Partnern eine Idee zur Gestaltung des Stadtraums gemeinsam mit Jugendlichen schulübergreifend umgesetzt werden konnte. Dass Eltern als aktive Bildungspartner gewonnen werden können, wurde nachvollziehbar anhand eines durch die Schule initiierten Eltern-Kind-Trainings zum Thema AD(H)S und der hieraus hervorgegangenen Selbsthilfegruppe dargestellt. Wie Patenschaftsprojekte zwischen jungen und älteren Schülerinnen und Schülern erstere beim Wechsel der Schulformen unterstützen und welche Rolle außerschulische Partner dabei spielen, zeigte eindrucksvoll ein Beispiel aus Halle/Saale.

Kultusministerin Prof. Dr. Birgitta Wolff betont: "'Schulerfolg sichern!' ist eines der Programme, die die Schülerinnen und Schüler dabei unterstützen, mindestens den Hauptschulabschluss zu schaffen. Das Gemeinschaftsprojekt lebt von dem großen Engagement der vielen schulischen und außerschulischen Partner. Sie verknüpfen ihre Aktivitäten in regionalen Netzwerken und helfen den Jugendlichen, ihre Potenziale zu entdecken und zu nutzen. Denn: Erfolgserlebnisse und das Gefühl, gebraucht zu werden sind die beste Motivationen für Leistungsbereitschaft."

Sozialminister Norbert Bischoff sagte: "Die ersten Ergebnisse zeigen, die Kooperation zwischen Schule, Jugendhilfe, freien Bildungsträgern und den Beratungsstellen funktioniert. Unser Landesprogramm zur Vermeidung von Schulversagen und zur Senkung des vorzeitigen Schulabbruchs ist erfolgreich. Die 59 Millionen Euro aus Mitteln des Landes und der Europäischen Union sind gut angelegtes Geld. Wir erreichen Kinder und Jugendliche genau an dem Ort, an dem sie sich überwiegend aufhalten - in der Schule. So werden Probleme frühzeitig erkannt. Das ist eine Voraussetzung, um so früh wie möglich effektive individuelle Hilfen anzubieten. So erreichen wir, dass die Probleme nicht größer, sondern im Entstehungsstadium bewältigt werden. Unser Ziel besteht darin, dass jedes Mädchen und jeder Junge mit Erfolg die Schulausbildung abschließt. Gute Bildung ist der Schlüssel für den späteren Erfolg in Ausbildung und Beruf."

Dr. Anja Durdel (Leiterin der Programmabteilung der Deutschen Kinder- und Jugendstiftung, Berlin) diskutierte mit Praktikern Perspektiven und nächste Entwicklungsaufgaben im Programm "Schulerfolg sichern!" als Chance für eine Schul- und Regionalentwicklung in Sachsen-Anhalt. Dr. Anja Durdel betonte: " Das Programm bietet einen Ansatz, der sich auf jedes Kind und seine individuellen Bedürfnisse sowie dessen soziales Umfeld konzentriert, was in dieser Form bundesweit einzigartig ist. Durch den Einbezug von Schulsozialarbeitern wird ein regionales Verantwortungsnetzwerk aufgebaut und kann Schulerfolg nachhaltig sichern."

Die Fachtagung wurde durch die Zentrale Koordinierungsstelle der Deutschen Kinder- und Jugendstiftung Sachsen Anhalt veranstaltet und richtete sich insbesondere an Akteure und Verantwortliche aus den Bereichen Schule, Jugendhilfe, Verwaltung, Wissenschaft und Politik.

Weitere Informationen und die Dokumentation der Fachtagung sind im Veranstaltungsbereich unter www.schulerfolg-sichern.de abrufbar.

Anlagen:
Zum Programm "Schulerfolg sichern!"
Sachsen-Anhalt hat sich ein ehrgeiziges Ziel gesteckt: Bis 2013 soll sowohl die Zahl der Klassenwiederholungen halbiert werden wie auch die Quote der Schulabgänger ohne Hauptschulabschluss auf 8,6 Prozent sinken. Dazu hat das Land auf Initiative des Ministeriums für Gesundheit und Soziales Sachsen-Anhalt und des Kultusministeriums Sachsen-Anhalts zahlreiche "Projekte zur Vermeidung von Schulversagen und zur Senkung des vorzeitigen Schulabbruchs" auf den Weg gebracht. Kofinanziert durch den Europäischen Sozialfond (ESF) fördert es regionale Bildungsnetzwerke in allen Landkreisen und kreisfreien Städten, ermöglicht vielseitige Lehrerfortbildungen, Einzelbegleitungen von Schülern, individuelle Berufsvorbereitungstrainings, etabliert an 188 Schulen Schulsozialarbeit und vieles mehr. Die 2009 gegründete "Zentrale Koordinierungsstelle" in der DKJS Regionalstelle Sachsen-Anhalt gewährleistet dabei, dass alle Projekte optimal und im Sinne eines stärkeorientierten Ansatzes arbeiten können. Unter dem Motto "Schulerfolg sichern!" sorgt die Koordinierungsstelle dafür, dass ein verbindendes Programmanliegen, wichtige Ergebnisse und wegweisende Erfahrungen in der Öffentlichkeit sichtbar werden. Ihr obliegt es, sämtliche Projektanträge im Programm qualitativ zu bewerten sowie die Träger diesbezüglich zu beraten. Zudem baut sie Brücken zwischen den beteiligten Akteuren aus Schule, Jugendhilfe und Verwaltung, sammelt und systematisiert quantitative Daten aller geförderten Projekte, lädt Experten ein und gibt fachliche Inputs, um mit dem Programm Schulentwicklungsprozesse im Land zu befördern. In dieser Hinsicht gibt auch die Programmevaluation durch Erziehungswissenschaftler der Universitäten Halle-Wittenberg weitere Impulse.

www.schulerfolg-sichern.de


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