Berlin

Erster Bericht zur schulpsychologischen Arbeit in Berlin

Die Senatsbildungsverwaltung legt erstmals einen Bericht zur schulpsychologischen Arbeit in Berlin vor. Zeitraum ist das Schuljahr 2010/11. "Im Vergleich zu den anderen Bundesländern ist Berlin im Bundesdurchschnitt schulpsychologisch gut ausgestattet. Im Schuljahr 2010/11 konnten rund 8600 Schülerinnen und Schüler unter Einbeziehung der Eltern und Lehrkräfte bei individuellen Problemlagen beraten werden. Die Lebensbedingungen in der Familie und die Lernsituation in der Klasse werden in diese Beratung einbezogen", so Bildungsstaatssekretär Mark Rackles.

03.07.2012 Pressemeldung Senatsverwaltung für Bildung, Wissenschaft und Forschung

In den zwölf schulpsychologischen Beratungszentren des Landes Berlin bieten Diplom-Psychologinnen und -Psychologen Schülerinnen und Schülern, Eltern, Lehrkräften sowie Schulen Unterstützung und Beratung bei schulbezogenen psychologischen Fragen oder zur Bewältigung von Krisen an.

Die Schulpsychologie wird durch Beratungslehrkräfte in ihrer Arbeit unterstützt. Den Beratungszentren standen 912 Beratungslehrerstunden zur Unterstützung an allgemein bildenden öffentlichen Schulen zur Verfügung. An den öffentlichen beruflichen und zentral verwalteten Schulen waren ca. 60 Beratungslehrkräfte mit ca. 260 Stunden pro Woche tätig.

Im Rahmen der Schulpsychologischen Systemberatung werden Schulleitungen, Lehrkräfte und Teams in den Schulen bei der Gestaltung und Verbesserung schulischer Entwicklungsprozesse durch Fortbildungsmaßnahmen, Coaching und Supervision unterstützt. Rund 1650 Angebote richteten sich im Schuljahr 2010/11 gezielt an die Schulen.

Der vorliegende Jahresbericht stellt die wichtigsten Ergebnisse zum Schuljahr 2010/2011 dar:

  • Der Schwerpunkt der schulpsychologischen Arbeit liegt in der Einzelfallberatung.
  • Häufige Beratungsgründe waren psychische Beeinträchtigungen und Lese-Recht-schreibschwierigkeiten. Bei vielen Kindern und Jugendlichen tritt eine Mischsymptomatik zwischen Lern-, Leistungs-, Verhaltens- und psychischen Schwierigkeiten auf.
  • In der Einzelfallberatung wurden ungefähr doppelt so viele Jungen wie Mädchen beraten.
  • Der Hälfte aller Systemberatungen ging eine Einzelfallberatung oder ein Gewalt-, Krisen- oder Notfall voraus.
  • Aufgabe der Schulpsychologischen Beratungszentren ist u.a. die Diagnostik von Teilleistungsstörungen. In ca. 20 % aller durch die Schulpsychologie empfohlenen Maßnahmen wurde eine Integrative Lerntherapie angeraten. Dieser inzwischen hohe Bedarf erfordert eine noch intensivere Zusammenarbeit zwischen Schulpsychologie und Grundschule, um die Förderung von leserechtschreibschwachen und rechenschwachen Schülerinnen und Schülern in der Schule zu verbessern.

Aus der Arbeit der Schulpsychologischen Beratungszentren im Schuljahr 2010/11 ergeben sich folgende zentrale Schlussfolgerungen:

  • Die Schulpsychologie berät Schülerinnen und Schüler mit besonderen Begabungen sowie deren Eltern und Lehrkräfte. Auch die Schulen werden im Hinblick auf den Umgang und die Förderung dieser besonders Begabten weiterhin durch die Schulpsychologinnen und Schulpsychologen unterstützt.
  • Bei Gewalt- und Notfallsituationen, bei der Gewaltprävention und der Bildung von Krisenteams an Schulen hat sich die besondere Unterstützung der Schulen durch die Schulpsychologinnen und Schulpsychologen für Gewaltprävention und Krisenintervention bewährt (siehe: www.berlin.de/sen/bildung/gewaltpraevention/).
  • Das Thema ´Gesundheit der Lehrkräfte´ hat in den letzten Jahren zunehmend an Bedeutung gewonnen. Schulpsychologinnen und Schulpsychologen leisten mit Coaching und Supervisionsangeboten einen wichtigen Beitrag zur Gesundheitsprävention.
  • Die schulpsychologische Unterstützung der beruflichen Schulen muss unter Berücksichtigung der spezifischen Problemlagen junger Erwachsener gestärkt werden.

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