Erstmals Rückgang der Schülerzahl an öffentlichen beruflichen Schulen
Im laufenden Schuljahr 2009/10 besuchen rund 376 900 Schülerinnen und Schüler die öffentlichen beruflichen Schulen Baden-Württembergs im Geschäftsbereich des Ministeriums für Kultus, Jugend und Sport. Das sind rund 300 weniger als im Schuljahr zuvor. Damit scheint die Trendwende an öffentlichen beruflichen Schulen erreicht worden zu sein. Die Abnahme der Schülerzahlen ist vor allem demographisch bedingt.
07.01.2010 Pressemeldung Statistisches Landesamt Baden-WürttembergDie vorläufige Auswertung der amtlichen Schulstatistik durch das Statistische Landesamt ergab, dass die Schülerzahl im Schuljahr 2009/10 vor allem an den Teilzeit-Berufsschulen (einschließlich Sonderberufsschulen) gesunken ist. Nach einer Abnahme um gut 3 000 besuchen nunmehr 208 100 junge Menschen die Berufsschulen, an denen der schulische Teil der Berufsausbildung in anerkannten Ausbildungsberufen erfolgt.
An den öffentlichen beruflichen Schulen, die eine Vollzeitausbildung anbieten, war hingegen ein Anstieg auf nun knapp 169 000 Teilnehmer zu vermelden, je nach Schulart allerdings mit unterschiedlicher Tendenz. So war vor allem an beruflichen Schularten, die eine Hochschulzugangsberechtigung vermitteln, eine Zunahme zu verzeichnen. Die beruflichen Gymnasien erfreuen sich erneut einer hohen Nachfrage. Ihre Schülerzahl wuchs um gut 2 100 auf nun fast 48 500 an. Hier schlägt sich in erster Linie der Ausbau der öffentlichen beruflichen Gymnasien nieder: zum Schuljahr 2009/10 wurden landesweit 15 neue sozialwissenschaftliche Gymnasien eingerichtet. An den Berufsoberschulen als Einrichtungen des Zweiten Bildungswegs streben mit 2 400 jungen Erwachsenen deutlich mehr einen höherwertigen Abschluss an als im Jahr zuvor. Die Zahl der Weiterbildungswilligen, die eine Fachschule besuchen, wuchs um knapp 1 100 auf nun rund 13 100.
Während die öffentlichen Berufskollegs des Landes mit nun fast 45 000 Schülerinnen und Schülern einen Zuwachs von knapp 1 700 Teilnehmern verbuchen konnten, sank die Schülerzahl an den Berufsfachschulen (ohne BEJ) um gut 1 800 auf 48 200. Auch die beiden berufsvorbereitenden Bildungsgänge Berufsvorbereitungsjahr (BVJ) und Berufseinstiegsjahr (BEJ) haben mit zusammen gut 11 400 Jugendlichen einen Rückgang um rund 600 Teilnehmer gegenüber dem Vorjahr zu verzeichnen.
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