Erziehungswissenschaft: Mehr als Leistungsmessung
(bikl) Die Erziehungswissenschaft sei eine Disziplin, die sich als wettbewerbsfähig erwiesen habe, schreibt der Erziehungswissenschaftler Hans Merkens. Man müsse nur richtig hinsehen, betont er heute in der ZEIT in seiner Antwort auf den Beitrag von Reinhard Kahl und Martin Spiewak (siehe [bildungsklick.de](http://bildungsklick.de/serviceText.html?serviceTextId=11375)).
23.03.2005 ArtikelIn der ZEIT Nr. 11 hatten Kahl und Spiewak unter anderem beklagt, dass es schwer sein dürfte, an unseren Universitäten eine ähnlich erstarrte und international isolierte Disziplin wie die Erziehungswissenschaften zu finden. Den Kernbereich der Erziehungswissenschaft, nämlich: Schule, Kindergarten, Hochschule, so die beiden Autoren außerdem, hätten die "Wissenschaften vom Lernen" in Deutschland fast überhaupt nicht im Blick.
Er wolle nur auf die "gröbsten Fehlleistungen" dieses Artikels eingehen, so Merkens, der an der FU Berlin lehrt und Vorsitzende der Deutschen Gesellschaft für Erziehungswissenschaft (DGfE) ist. So sei die Annahme falsch, die "deutsche Lernschwäche" sei erst durch die Pisa-Studie der OECD aufgedeckt worden. Bereits vorher hätten Studien auf Landesebene deutliche Defizite beim schulischen Lernen festgestellt, ebenso wie die Ergebnisse der Mathematikstudie TIMSS. Nur etwas habe sich entscheidend verändert: Die Studie sei in Deutschland professionell vermarktet worden. Erst die mediale Inszenierung in Deutschland habe zu einer intensiven öffentlichen Diskussion geführt. Allerdings habe bereits weit vor Pisa in Deutschland eine Schulforschung existiert, die erkennen ließ, was der Öffentlichkeit erst nach Pisa aufgefallen sei.
Schließlich sei die Erziehungswissenschaft nicht so unterkomplex, dass sie sich auf Bildungsforschung oder die Wahrnehmung von Aufgaben in der Lehrerbildung reduzieren ließe. Dies scheine die eingeschränkte Ansicht der Autoren zu sein. Doch das Spektrum dieser Disziplin gehe weit über das der Leistungsmessung hinaus.
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